2024-148
Fehlerhaftes Entlassmanagement in betreutes Wohnen statt ins Hospiz – Folge quallvoller Tod
Dieser Fall hilft die Patientensicherheit für alle zu verbessern. Sie möchten ebenfalls einen Fall melden? Zum Meldeformular
Mein Vater war zur Behandlung im Krankenhaus. Schnell war klar das ihm kein Arzt/ keine Ärztin der Welt mehr helfen kann. Daher empfahl der Arzt/ die Ärztin eine Entlassung ins Hospiz. Das Entlassmanagement entließ meinen Vater ohne Rücksprache mit dem Arzt/ der Ärztin zu halten einfach in ein betreutes Wohnen. Hauptsache er war schnell entlassen und nicht mehr das Problem des Krankenhauses.
Im Betreuten Wohnen mussten wir mit anhören wie er stundenlang nach Hilfe rief da er starke Schmerzen hatte während die beiden Anwesenden Pflegekräfte einfach rauchen waren. Er hatte kein Bettnotruf und hat unter starken Schmerzen die Polizei mit dem Handy gerufen. Schließlich starb er sehr quallvoll und unter Schmerzen. Das Krankenhaus hat sich rausgeredet und dem betreuten wohnen kann man nichts anhaben da die keiner Kontrolle unterliegen.
Es sollte verboten werden das Personen mit Pflegegrad 5 einfach ins betreute Wohnen entlassen werden. Da wäre er zuhause besser versorgt gewesen dort hatte er zumindest einen Notrufknopf am Armgelenk.
Der Tod eines nahen Angehörigen ist ein tief einschneidendes Erlebnis – umso mehr, wenn der letzte Lebensabschnitt von Schmerzen und mangelnder Unterstützung geprägt war. Dieser Fallbericht zeigt, wie schwerwiegend die Folgen sein können, wenn die Entlassplanung – also die Vorbereitung und Koordination der Weiterversorgung nach einem Krankenhausaufenthalt – nicht sorgfältig auf den tatsächlichen Zustand und die Bedürfnisse einer sterbenskranken Person abgestimmt wird.
In einer Situation wie dieser gab es für den Betroffenen selbst keinen realistischen Spielraum zum Eingreifen – das ist wichtig anzuerkennen. Er war schwer krank, auf Unterstützung angewiesen und hatte keine Möglichkeit, die Entscheidungen des Entlassmanagements zu kontrollieren oder zu korrigieren. Die Last, die seine Angehörigen getragen haben und weiter tragen, ist immens.
Wenn Angehörige in eine ähnliche Situation geraten, können folgende Schritte hilfreich sein:
Wenn Sie als Angehörige oder Angehöriger eine ähnliche Erfahrung gemacht haben, stehen Ihnen die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) sowie das Portal mehr-patientensicherheit.de als Anlaufstellen zur Verfügung – für Informationen, Beratung und die Möglichkeit, Ihre Erfahrung zu melden. Berichte wie dieser sind wertvoll, weil sie dazu beitragen können, dass andere Familien in Zukunft besser geschützt sind.
Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt.
Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:
Eine gehbehinderte, demente Patientin wurde ohne Information der Angehörigen entlassen. Was schiefging und wie Entlassungen sicherer werden.
Fall lesen →Ein Patient forderte frühzeitig Entlassmanagement an – doch Sozialdienst und Anschlussversorgung blieben aus. Ein Fall über strukturelle Lücken im Krankenhaus.
Fall lesen →Ein 89-Jähriger wurde mit unerkannter Schluckstörung entlassen. Kommunikationslücken und Versorgungsbrüche zeigen, wo Patientensicherheit gestärkt werden muss.
Fall lesen →Nach einer Darm-OP trotz Wassereinlagerungen entlassen – mit schwerer Folge: massive Atemnot und Notaufnahme. Ein CIRS-Fall über Entlassungsmanagement.
Fall lesen →Eine Patientin mit Dekubitus wurde entlassen und einen Tag später erneut aufgenommen – offenbar aus Abrechnungsgründen. Was dieser Fall über Systemrisiken zeigt.
Fall lesen →Nach einer transitorischen globalen Amnesie allein entlassen: Dieser CIRS-Fall zeigt, warum Orientierungsstörungen nach TGA ernst genommen werden müssen.
Fall lesen →Ein pflegebedürftiger Patient wird ohne Information der Familie entlassen. Der Notdienst verweigert Hilfe. Ein CIRS-Fall über Lücken in der Versorgung.
Fall lesen →Ein Patient kam nachts mit Harnverhalt in die Notaufnahme. Trotz geplanter Operation am selben Tag wurde er entlassen. Was lief schief?
Fall lesen →Ein Patient mit Wirbelknochenbruch wurde ohne Rückenschiene entlassen. Was dabei schiefging und welche Risiken entstanden – ein realer CIRS-Fall.
Fall lesen →Fehlende Medikamente, falsche Rezepte, keine Nachsorge: Ein CIRS-Fall zeigt, was beim Entlassungsmanagement schiefgehen kann.
Fall lesen →
Die Betriebskrankenkassen:
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Patient:innen und Angehörige,
Vielen Dank für Ihre wichtigen Meldungen. Unser System ist aufgrund der zahlreichen Eingänge im Moment an der Belastungsgrenze. Es ist daher zur Zeit nicht möglich, eine Meldung abzugeben. Wir arbeiten daran, das Problem zu lösen. Bitte versuchen Sie es in wenigen Stunden wieder.
Vielen Dank für Ihr Verständnis, Ihr Mehr-Patientensicherheit-Team