2024-1278
Vorbesprechung Darmspiegelung
Dieser Fall hilft die Patientensicherheit für alle zu verbessern. Sie möchten ebenfalls einen Fall melden? Zum Meldeformular
Ausgefüllte Bögen vor Darmspiegelung wurden nicht besprochen. Ärztin blätterte bis zum Ende durch, nannte mir die Risiken und ließ mich unterschreiben. Daraufhin sagte ich ihr, dass ich Clopidogrel schlucke, dass man ja wohl vorher absetzten muss. Sie verneinte. Nur auf meine Hartnäckigkeit rief sie eine Oberärztin an, die sagte , dass ich 2 Tage vorher aufhören muss Clopidogrel zu schlucken. Ich musste absagen und hatte für den 2. Termin wieder eine Vorbesprechung. Wieder genau das selbe. Diese Ärztin hat mir mehrmals gesagt, dass ich Clopidogrel nicht absetzten muss, obwohl ich ihr sagte, dass ich beim ersten Termin 2 Tage vorher aufhören musste. Nach mehrmaligem drängen, rief sie endlich an und bekam die Auskunft, dass ich 5 Tage vorher kein Clopidogrel mehr einnehmen darf!
Vor einer Darmspiegelung (Koloskopie) ist eine sorgfältige Vorbesprechung besonders wichtig – denn bestimmte Medikamente können den Eingriff gefährlich machen oder müssen rechtzeitig abgesetzt werden. Es kann vorkommen, dass ausgefüllte Aufklärungsbögen nicht ausreichend in das Gespräch einbezogen werden und dass Angaben zu Medikamenten dabei nicht die Aufmerksamkeit erhalten, die sie verdienen.
Clopidogrel ist ein Medikament, das die Blutgerinnung hemmt (sogenanntes Thrombozytenaggregationshemmer). Bei einer Darmspiegelung, bei der häufig auch Gewebeproben entnommen oder Polypen entfernt werden, ist es notwendig, dieses Mittel vor dem Eingriff für einen bestimmten Zeitraum abzusetzen – um das Risiko von Nachblutungen zu senken. Wie lange das Absetzen im Einzelfall erforderlich ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab und kann je nach Einschätzung unterschiedlich ausfallen.
Wer sich auf eine Darmspiegelung oder einen ähnlichen Eingriff vorbereitet, kann durch gezielte Fragen dazu beitragen, dass wichtige Informationen nicht übergangen werden.
Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:
Nach einer Katarakt-OP erlitt ein Patient einen bleibenden Sehschaden. Aufklärungsgespräche waren dokumentiert, fanden aber nie statt. Ein Lernfall.
Fall lesen →Jahrelange Schmerzen nach Brückenversorgung im Oberkiefer – ein CIRS-Fall über unzureichende Aufklärung, verzögerte Diagnose und schwere Folgeschäden.
Fall lesen →Eine 85-Jährige erhielt während einer OP ohne Rücksprache eine Harnleiterschiene. Was sagt das zu Aufklärung, Einwilligung und Patientenrechten?
Fall lesen →Dreimal MRT mit Gadolinium, kein Arztgespräch, monatelange Beschwerden: Ein Patientenbericht über Kontrastmittelnebenwirkungen und fehlende Aufklärung.
Fall lesen →Nach einer Prostata-OP unter Vollnarkose litt ein Patient lange an Hüftschmerzen. Ein CIRS-Fall über mögliche Lagerungsschäden im OP.
Fall lesen →Patientenverfügung beim Aufnahmegespräch übergeben – und ignoriert. Dazu eine misslungene Leistenbruch-OP. Ein CIRS-Fall über Patientenrechte.
Fall lesen →Ein Orthopäde renkte ohne Einwilligung ein – danach wurden kurzzeitige Rückenschmerzen chronisch. Ein CIRS-Fall über Aufklärung und Patientenrechte.
Fall lesen →Patient sollte Biopsie an der Mandel erhalten – aufgewacht ohne Mandel. Dazu ungeplante Narkosemethode. Ein CIRS-Fall über Aufklärungsmängel.
Fall lesen →
Die Betriebskrankenkassen:
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Patient:innen und Angehörige,
Vielen Dank für Ihre wichtigen Meldungen. Unser System ist aufgrund der zahlreichen Eingänge im Moment an der Belastungsgrenze. Es ist daher zur Zeit nicht möglich, eine Meldung abzugeben. Wir arbeiten daran, das Problem zu lösen. Bitte versuchen Sie es in wenigen Stunden wieder.
Vielen Dank für Ihr Verständnis, Ihr Mehr-Patientensicherheit-Team