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2026-204

9 gebrochene Rippen übersehen

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Fallbeschreibung:

9 gebrochene Rippen übersehen – Diagnosefehler in der Notaufnahme

Ich erinnere mich an keinen Unfall.
Am Ereignistag bin ich wie immer zur Arbeit, nach ca. 3 Stunden immer stärkere Schmerzen in beiden Rippenbereichen. Ich wurde nach Hause geschickt.
In der darauffolgenden Nacht höllische Schmerzen, konnte kaum atmen vor Schmerzen.
Am nächsten Morgen wurde ich zur Notaufnahme gefahren, man fand „keine knöchernen Veränderungen am Thorax“
Konsequenz: dank 3 Rückfällen 2 Jahre Schmerzen. Rückblickend: Rückfall heißt bei einem Hustenanfall die halbwegs verheilten Rippen rechts wieder gebrochen.
Irgendwann doch nochmal nach knöchernen Veränderungen am Thorax gesucht.
Ergebnis: links waren 3 Rippen gebrochen und verheilt. Rechts waren 6 Rippen gebrochen, 3 waren regelrecht verheilt. Naja und drei eben nicht…..
Kurz gesagt 2 Jahre Hölle dank 9(!) übersehener gebrochener Rippen.

Gut gelaufen:

Man lerne: Schmerzen haben meistens eine Ursache. Also findet sie bitte.

Schlecht gelaufen:

9 Rippen waren durch, gesehen hat’s keiner. Habe Stunden gewartet und keine Schmerzmittel bekommen. Mir wurde zu Beginn ein Zugang gelegt; den hätte man vor der Entlassung ziehen können. Gute zwei Jahre später – also etwa 4 Wochen nach der Verplattung – kam ich nach einem Sturz auf die Seite wieder in diese Notaufnahme. Wieder wurde ein Rippenbruch per Sonographie fachmännisch ÜBERsehen. Dieser führte zu einem Hämatothorax sowie danach zu chronischer Dispnoe.

Verbesserungsvorschläge:

Augen auf…

Weitere Infos:

Kaum zu glauben oder? Übel aber wahr.. Krankengeld hat ein halbes Jahr auf sich warten lassen. Krankengeldfortzahlung lässt auch schon 6 Monate auf sich warten. Wäre ich alleine wäre ich obdachlos geworden..

Präventionsmaßnahmen:

**FALLANALYSE (intern):** A) Überwiegend negativ – schwere Diagnose wurde wiederholt übersehen, jahrelange Folgeschäden, soziale Not. B) Handlungsmöglichkeiten eingeschränkt aber partiell vorhanden: Der Patient war bewusstseinsklar, konnte sprechen und nachfragen. Allerdings war er in starkem Schmerz, abhängig von medizinischem Fachurteil und hatte keinen Grund, an einer bildgebenden Untersuchung in einer Notaufnahme zu zweifeln. → Gemischte Einschätzung, näher an Falltyp B, aber mit vorsichtigen Tipps für zukünftige Situationen möglich → Falltyp A mit sehr vorsichtiger, nicht-vorwurfsvoller Tonlage. —

Was in solchen Situationen passieren kann

Starke Schmerzen nach einem möglicherweise unbemerkten Unfall sind eine ernste Situation – und es ist belastend, wenn man trotz intensiver Beschwerden nicht die Hilfe erhält, die man braucht. Dieser Fallbericht zeigt, wie es dazu kommen kann, dass Knochenbrüche – hier insgesamt neun Rippenbrüche – bei einer ersten Untersuchung nicht erkannt werden und welche langen gesundheitlichen Folgen das für einen Menschen haben kann.

Rippenbrüche (Frakturen der Rippen) sind auf einem einfachen Röntgenbild nicht immer eindeutig sichtbar, besonders wenn sie frisch sind oder mehrere Bereiche gleichzeitig betroffen sind. Auch eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) kann in bestimmten Situationen an ihre Grenzen stoßen. Bleibt ein Bruch unentdeckt, kann er schlecht verheilen – und bei erneuter Belastung, zum Beispiel durch Husten, wieder aufbrechen. Im schlimmsten Fall kann es zu einem Hämatothorax kommen, das heißt zu einer Ansammlung von Blut zwischen Lunge und Brustwand, die die Atmung dauerhaft beeinträchtigt.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wer mit starken Schmerzen in einer Notaufnahme ist, hat oft nur begrenzt Kraft, auf sich aufmerksam zu machen – und doch gibt es einige Möglichkeiten, die eigene Versorgung zu unterstützen.

  • Schmerzen klar benennen und einordnen lassen: Es ist möglich, das medizinische Personal direkt nach einer Schmerzeinschätzung zu fragen und darum zu bitten, dass die Schmerzstärke dokumentiert wird. Eine Formulierung wie „Auf einer Skala von null bis zehn würde ich meine Schmerzen mit acht bewerten – kann das bitte festgehalten werden?“ kann dabei helfen, die Dringlichkeit sichtbar zu machen.
  • Aktiv nach Schmerzmitteln fragen: In einer Notaufnahme ist es möglich, ausdrücklich nach einer Schmerzbehandlung zu fragen, wenn diese nicht von sich aus angeboten wird. Schmerzmittel sind kein Luxus, sondern Teil einer angemessenen Notfallversorgung.
  • Nachfragen, welche Untersuchungen gemacht wurden: Es ist möglich zu fragen, mit welchem bildgebenden Verfahren – zum Beispiel Röntgen, Ultraschall oder CT (Computertomographie) – untersucht wurde und warum ein bestimmtes Verfahren gewählt wurde. Bei anhaltenden oder stärker werdenden Schmerzen ist es ebenfalls möglich zu fragen: „Gibt es andere Untersuchungsmöglichkeiten, wenn der Befund nicht eindeutig ist?“
  • Bei anhaltenden Beschwerden erneut medizinische Hilfe suchen: Wenn Schmerzen nach einem Notaufnahmebesuch nicht besser werden oder sich verstärken, ist eine erneute Vorstellung – auch in einer anderen Einrichtung oder bei einer niedergelassenen Fachpraxis – eine mögliche Option. Ein unauffälliger Erstbefund schließt eine ernsthafte Verletzung nicht immer aus.

Worauf Sie achten können

  • Schmerzen im Bereich des Brustkorbs, die beim Atmen, Husten oder Bewegen stärker werden, können auf Rippenbrüche hinweisen – auch wenn kein eindeutiger Unfall erinnerlich ist.
  • Es ist möglich, vor der Entlassung aus einer Notaufnahme zu fragen, wann und bei welchen Beschwerden eine Wiedervorstellung empfohlen wird – und sich das schriftlich geben zu lassen.
  • Wenn ein Venenzugang (ein kleiner Schlauch in der Vene, der für Infusionen genutzt wird) gelegt wurde, ist es möglich zu fragen, ob dieser vor der Entlassung entfernt wird – das gehört zur Routineversorgung.
  • Bei sozialen Folgen einer längeren Erkrankung – etwa bei Fragen rund um Krankengeld oder finanzielle Absicherung – kann die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) eine erste Anlaufstelle sein. Sie ist kostenfrei erreichbar unter 0800 011 77 22.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 30-49 Jahre
Art der Einrichtung:Notaufnahme, Krankenhaus
Geschlecht: männlich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

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