2024-209
Einmal verordnete Medikation zu lange weiter verordnet / dadurch schwere Nebenwirkungen
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In einer psychischen Notsituation ist mir in einer Klinik ein Neuroleptikum verschrieben worden. Dieses ist mir daraufhin 11 Jahre (!) von einer niedergelassenen Psychiaterin weiterverordnet worden, ohne das sie jemals die Notwenigkeit dieser Medikation überprüft hat. Im Gegenteil: Sie hat mich noch gefragt, warum ich denn immer so müde sei und morgens nicht aufstehen könne! Erst hinterher ist mir klar geworden, dass das an der Medikation lag. Schliesslich hat mich mein Psychotherapeut darauf aufmerksam gemacht, dass ich das Medikament dringend absetzen müsse, weil ich es schon viel zu lange einnehme. Das habe ich auch getan.
Leider habe ich durch die jahrelange Einnahme dieses Neuroleptikums schwere Schluckbeschwerden bekommen. Zwanzig Jahre nach der ersten Verordnung des Neuroleptikums wurde meine Speiseröhre in einem Krankenhaus durch einen Ballon wieder aufgedehnt. Bei diesem Eingriff ist die Speiseröhre gerissen und ich musste daraufhin notoperiert werden. Durch Komplikationen nach der Notoperation musste ich sechs Wochen später noch einmal operiert werden. Insgesamt war ich ein halbes Jahr schwer krank. Mir hat vor der Speiseröhrendehnung niemand gesagt, dass diese Behandlung möglicherweise oft wiederholt werden muss. Das habe ich erst später erfahren und das hat mich erschreckt.
Glücklicherweise benötige ich diese Behandlung nicht mehr, das ist das einzig Gute an dem ansonsten tragischen Verlauf.
Im Krankenhaus habe ich mich auch herablassend behandelt gefühlt. Bei den wöchentlichen Kontrollterminen waren zum Beispiel weitere Ärzte anwesend, damit sie sich diesen “ besonderen Fall“ einmal anschauen konnten. Leider war ich zu krank und zu verblüfft um mich dagegen zu wehren.
Insgesamt kann ich sagen, dass mein Vertrauen in Ärzte und Ärztinnen durch diese Erfahrungen sehr erschüttert ist. Ich bin jetzt sehr vorsichtig und werde in Zukunft nicht mehr unreflektiert Medikamente einnehmen oder Krankenhausbehandlungen zustimmen.Glücklicherweise ist es heute durch die Digitalisierung leichter, adäquate Informationen einzuholen.
Trotzdem bin ich immer noch erschüttert darüber, wie sehr ich als Patientin nur als „Fall“ behandelt wurde und nicht als Mensch. Ein Gutachter meiner Krankenkasse hat meine Krankengeschichte auch geprüft und keinen Behandlungsfehler feststellen können!
Die Erfahrung, über viele Jahre hinweg mit einer Medikation behandelt zu werden, deren Notwendigkeit nie erneut geprüft wurde – und dabei schwerwiegende gesundheitliche Folgen zu erleiden – ist belastend und erschütternd. Dass ein solcher Verlauf möglich ist, zeigt, wie wichtig regelmäßige Überprüfungen bestehender Behandlungen sind.
Medikamente, die in einer akuten Situation hilfreich sind, werden manchmal über den ursprünglich gedachten Zeitraum hinaus weiter verordnet, ohne dass ihre fortlaufende Notwendigkeit systematisch überprüft wird. Neuroleptika (das sind Medikamente, die vor allem bei psychischen Erkrankungen eingesetzt werden) können bei Langzeitanwendung ernsthafte Nebenwirkungen verursachen. Gleichzeitig sind medizinische Eingriffe wie eine Speiseröhrendehnung (ein Verfahren, bei dem eine Verengung der Speiseröhre mit einem Ballon erweitert wird) mit Risiken verbunden, über die Betroffene vorab umfassend informiert werden sollten – einschließlich der Frage, ob und wie oft eine Wiederholung nötig sein kann.
Wer eine Dauermedikation einnimmt, kann aktiv nachfragen, ob diese regelmäßig auf ihre Notwendigkeit überprüft wird – das ist ein berechtigtes Anliegen jeder Patientin und jedes Patienten.
Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt.
Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:
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