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2024-1137

Falsche Diagnose – Keine Überweisung zum Chirurgen – Folge: MELANOM

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Fallbeschreibung:

Melanom spät erkannt: Verzögerte Diagnose bei Hautveränderung

Herbst 2022: Zum ersten Mal in der Praxis für Dermatologie wegen einer Vergrößerung am Hinterkopf, die ich schon länger hatte, die sich aber in letzter Zeit verändert hatte. Die zwei Ärzte untersuchten die Vergrößerung mit ihrer Lupe, ihre Diagnose „subkutane weiche ZYSTE“. Ihrer Meinung nach wäre eine Operation nicht notwendig bzw. nicht zu empfehlen.

Erneut 6 Monate später in der Praxis wegen dieser Vergrößerung, die sich kontinuierlich veränderte und unangenehm geworden war. Wieder die Diagnose „ZYSTE, teilweise eingeblutet“.
Zuletzt im Sommer 2023 wieder die Diagnose „ZYSTE.
Ich könnte natürlich versuchen, einen Chirurgen zu finden, der bereit wäre, mir die Vergrößerung zu operieren.

Meine Friseurin (!) war beunruhigt und empfahl mir einen anderen Dermatologen. Er sagte ehrlicherweise, er wüsste es nicht, es würde aber nicht gut aussehen, und gab mir sofort eine Überweisung zum Chirurgen. Dieser Arzt entfernte mir noch vor Weihnachten 2023 den Tumor und ließ die Proben von zwei Laboren histologisch untersuchen. Anfang 2024 die vernichtende Diagnose
MALIGNES MELANOM mind. 5,8 mm am Kapillitium!

Zweizeitige NACHEXZISION. Ich bin 86 Jahre alt und muss mich einer belastenden Immuntherapie unterziehen und mit der Angst vor dem Metastasieren, vor allem im Gehirn, leben.
Abgesehen von der falschen Diagnose haben die Ärzte mit dem Unterlassen eines rechtzeitigen Überweisens zum Chirurgen gegen die ärztliche Sorgfaltspflicht verstoßen, mit verheerenden Folgen.

Abgesehen von der Zusendung des Tagesprotokolls hat die Praxis in keiner Weise reagiert.

Gut gelaufen:

Nichts…

Schlecht gelaufen:

Alle 4 Ärzte waren sehr unfreundlich, unkritisch und scheinbar unerfahren, zwei noch in Weiterbildung. Ganz knappe Untersuchung mit der Lupe.

Verbesserungsvorschläge:

Keine Angaben

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Wenn eine Veränderung an der Haut über längere Zeit beobachtet wird und sich trotz wiederholter Arztbesuche die Einschätzung nicht ändert, kann das für Betroffene belastend und verunsichernd sein – besonders wenn das eigene Körpergefühl signalisiert, dass etwas nicht stimmt. Hautveränderungen, die sich im Verlauf verändern, können unterschiedliche Ursachen haben – von harmlosen Zysten (mit Flüssigkeit oder Gewebe gefüllte Hohlräume unter der Haut) bis hin zu ernsteren Befunden wie einem malignen Melanom (bösartigem Hautkrebs). Eine eindeutige Diagnose erfordert in manchen Fällen die feingewebliche Untersuchung (Histologie) einer entnommenen Gewebeprobe.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wer eine Veränderung an sich bemerkt, die sich trotz Behandlung oder Beobachtung weiter verändert, hat verschiedene Möglichkeiten, aktiv zu werden.

  • Es ist möglich, eine zweite ärztliche Meinung einzuholen – bei einer anderen Praxis oder einer spezialisierten Einrichtung. Das ist ein legitimes Recht von Patient:innen und kein Misstrauensvotum gegenüber dem bisherigen Behandlungsteam. Eine mögliche Formulierung: „Ich würde gern zur Absicherung eine zweite Meinung einholen – können Sie mir eine Empfehlung geben oder mir die Unterlagen mitgeben?“
  • Wenn eine Veränderung sich trotz gleichbleibender Diagnose weiterentwickelt, kann es hilfreich sein, konkret nach dem Grund für die Veränderung zu fragen und nachzuhaken, unter welchen Umständen eine Überweisung zu einem Chirurgen oder einer spezialisierten Stelle sinnvoll wäre.
  • Eine Begleitperson – ob Angehörige, Freund:in oder eine andere Vertrauensperson – kann bei Gesprächen dabei sein, Fragen stellen und helfen, das Gehörte einzuordnen. Das gilt besonders dann, wenn man sich allein in einer Situation nicht ausreichend gehört fühlt.
  • Veränderungen lassen sich auch fotografisch dokumentieren – mit Datum und Beschreibung. Das kann helfen, den zeitlichen Verlauf bei Folgeterminen nachvollziehbar darzustellen: „Ich habe hier Fotos vom Verlauf der letzten Monate – würden Sie sich die ansehen?“

Worauf Sie achten können

  • Wenn eine Hautveränderung sich in Form, Farbe, Größe oder Konsistenz verändert oder unangenehm wird, ist eine erneute ärztliche Einschätzung sinnvoll – auch wenn kurz zuvor bereits eine Untersuchung stattgefunden hat.
  • Eine Überweisung zu einer anderen Fachrichtung – etwa zur Chirurgie oder zu einem Hauttumorzentrum – ist in unklaren Fällen eine Möglichkeit, die aktiv angesprochen werden kann.
  • Das Recht auf eine zweite Meinung ist im deutschen Gesundheitssystem verankert. Krankenkassen übernehmen in vielen Fällen die Kosten für eine Zweitmeinung bei unklaren Befunden.
  • Hinweise aus dem persönlichen Umfeld – auch von Menschen ohne medizinische Ausbildung – können ein Anlass sein, eine Situation neu zu bewerten und ärztliche Einschätzungen erneut zu hinterfragen.

Sie sind nicht allein

Wer nach einem belastenden Behandlungsverlauf Fragen hat oder Unterstützung sucht, kann sich an die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) wenden – kostenlos und vertraulich. Auf mehr-patientensicherheit.de können eigene Erfahrungen anonym berichtet werden, damit andere daraus lernen können.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 80+ Jahre
Art der Einrichtung:Ambulante Praxis
Geschlecht: weiblich

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