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2024-1200

Falsche Medikation, Fehldiagnose –> Folge: Pflegebedürftigkeit, langer Genesungsprozess

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Fallbeschreibung:

Wirbelfraktur übersehen: Falsche Medikation & späte Diagnose

Einlieferung einer älteren Frau (über 80) ins Krankenhaus aufgrund von Sturz.
Ungenügende Bildgebung.

Auf der Station:
Gabe eines Schilddrüsenmedikaments, auf das sie Unverträglichkeiten hatte; Entlassung mit Fraktur Brustwirbelkörper, Corona sowie falschem Schilddrüsenmedikament => In Folge: Verschlechterung der Leberwerte. Einweisung in die Kurzzeitpflege aufgrund schlechten Allgemeinzustands.

Weitere Stürze in der Kurzzeitpflege, die bei erneuter Einweisung ins Krankenhaus als Prellungen abgetan wurden. Verlust des Gehvermögens. Keine weitere Behandlung. Entlassung.

Aufgrund der Einmischung der Tochter und des Hausarztes, neurochirurgische Untersuchung in anderer Klinik, mit der Diagnose: Frakturen der Brustwirbelsäule sowie Splitter im Spinalkanal. OP bei Gefahr von Querschnittlähmung. Lange Reha, Mobilität konnte bedingt wieder hergestellt werden.

Gut gelaufen:

OP auf die letzte Minute. Bewegungsfähigkeit wieder da; sehr gute Physiotherapie und Reha, aber Pflegefall

Schlecht gelaufen:

keine weiteren Untersuchungen durch die Ärzte, die von den Angehörigen darum gebeten wurden. Angehörige und Patient wurden nicht ernst genommen.

Verbesserungsvorschläge:

Bedenken von Hausarzt und Angehörigen hören und den Hinweisen/Bitten nachgehen

Weitere Infos:

Traumatisierung der Patientin im Krankenhaus durch Umgang mit ihr. Gefühl der Hilflosigkeit bei den Angehörigen, da unzureichende Aufmerksamkeit auf Bitten zur Hilfeleistung geschenkt wurde. Tolle Leistung des Hausarztes, der mit Rat bei Seite stand.

Präventionsmaßnahmen:

Sie als Patienten und Angehörige können in so einem Fall einen aktiven Beitrag durch Kommunikation leisten. Dieser Fall zeigt, wie wichtig ist es, dass Patienten und Angehörige Ängste, Sorgen und Bedenken im gesamten Behandlungsprozess offen ansprechen und diese vom Gesundheitspersonal ernst genommen werden. Hierzu haben wir bereits einen ersten Tipp für Patienten und Angehörige erstellt: https://mehr-patientensicherheit.de/wp-content/uploads/2024/02/mehrPatientensicherheit_TippsVersicherte_01.pdf Eine offene und transparente Kommunikation vom Gesundheitspersonal bei kritischen Verläufen mit Patienten und Angehörigen ist essentiell! Patienten möchten verstehen, warum etwas ggf. nicht gut verlaufen ist und zu solchen Verläufen kam. Dies kann nur mit einer proaktiven Kommunikation erreicht werden. Eine sorgfältige und zeitnahe Untersuchung und Diagnostik durch die jeweils zuständige Gesundheitseinrichtung ist von zentraler Bedeutung für die Patientensicherheit und unverzichtbar für eine erfolgreiche Behandlung und Therapie des Patienten. Die Sorgen, Ängste, Symptome und Beschwerden von Patienten sollten vom Gesundheitspersonal immer ernst genommen, abgeklärt und weiterverfolgt werden. Es kann zunächst sinnvoll sein, zuerst das persönliche Gespräch mit dem jeweiligen Arzt zu suchen, um eventuelle Missverständnisse zu klären. Sollte dies zu keinem Ergebnis führen, haben Patienten, die sich schlecht oder falsch behandelt fühlen oder davon ausgehen, dass ihr Arzt oder ihre Ärztin gegen ärztliche Pflichten verstoßen hat, das Recht sich zu beschweren: https://gesund.bund.de/beschwerde-aerztliche-behandlung Sollten Sie sich trotz der Kommunikationsversuche nicht ernst genommen oder nicht gut aufgehoben fühlen, wäre es zu empfehlen gemeinsam mit Angehörigen eine Verlegung in eine andere Klinik anzustreben. Für weitere Beratung zu gesundheitlichen und gesundheitsrechtlichen Fragen kann auch die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) kontaktiert werden: https://www.patientenberatung.de/ bzw. das Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums oder die Schlichtungsstelle der Ärztekammer. Darüber hinaus ist das Einholen einer juristischen Beratung bzw. Unterstützung zu empfehlen. Zusätzlich könnten Sie eine schriftliche Beschwerde bei Ihrer Krankenkasse einreichen und um eine Aufklärung Ihres Falls bitten.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Angehörige oder Angehöriger einer Patientin oder eines Patienten
Alter: 80+ Jahre
Art der Einrichtung:Normalstation, Notaufnahme, Krankenhaus
Geschlecht: weiblich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

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