Icon Mehr-Patientensicherheit
2025-025

Fehlendes Personal und fehlende Betreuung am Wochenende in Krankenhaus

Dieser Fall hilft die Patientensicherheit für alle zu verbessern. Sie möchten ebenfalls einen Fall melden? Zum Meldeformular

Fallbeschreibung:

Personalmangel im Krankenhaus: Risiken am Wochenende

Bei einer Größe von 600 Betten ist nur ein Arzt/Notarzt in der Notaufnahme anwesend. Da dieser aber schwer abkömmlich ist, ist am Wochenende kaum ein Arzt zu sprechen.

Es ist Leerlauf auf der ganzen Station. Der Patient hat in dieser Zeit sehr begrenzt Pfleger vor Ort, die weisungsgebunden sind. Wobei der Patient, besonders wenn er alt ist, als Triagefall behandelt wird.

Sehr oft sind die Pfleger aus Ländern wie Marokko, Tunesien etc. So wurde ich am Wochenende mit einer schweren Lungenentzündung in eigenem Urin für 4 Std. gelassen, nachdem der Katheter undicht war und dies trotz unerträglicher Husterei.

Gut gelaufen:

Gut gelaufen: in der Psychiatrie war die Bindung zu den Pflegern besser als auf der Normalstation.

Schlecht gelaufen:

Nachtschwestern waren oft überfordert bei einer Anzahl von 29 Betten auf der Station.

Verbesserungsvorschläge:

Mehr Personal und spezialisierte Krankenhäuser. Man sollte sich das Krankenhaus auswählen können und nicht auf örtliche Rettungsdienste setzen. Diese bringen dich in nächste KH, egal, wo die Spezialisierung liegt.

Weitere Infos:

Nein

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Ein Krankenhausaufenthalt – besonders mit einer schweren Erkrankung wie einer Lungenentzündung – ist für Betroffene und Angehörige bereits belastend. Wenn in dieser Situation das Gefühl entsteht, nicht ausreichend betreut zu werden, kann das zusätzlich verunsichern und Vertrauen kosten.

In manchen Krankenhäusern ist die Personaldecke an Wochenenden und Feiertagen deutlich dünner als an regulären Werktagen. Pflegepersonal und ärztliche Fachkräfte sind dann häufig für sehr viele Patient:innen gleichzeitig zuständig. Besonders ältere Menschen mit akuten Beschwerden können in dieser Situation weniger Aufmerksamkeit erhalten, als sie benötigen. In einer solchen Lage – schwer erkrankt, möglicherweise erschöpft oder in ihren Möglichkeiten eingeschränkt – ist es für Betroffene oft nicht realistisch, aktiv auf Veränderungen hinzuwirken. Das ist wichtig anzuerkennen.

Was Angehörige oder Begleitpersonen tun können

Angehörige und Begleitpersonen können in solchen Situationen eine wichtige Rolle übernehmen – nicht als Kontrolleure, sondern als Unterstützung für den Betroffenen.

  • Es ist möglich, gezielt an Wochenenden und Feiertagen für Besuche einzuplanen – also genau dann, wenn die Personalversorgung erfahrungsgemäß knapper ist. Eine vertraute Person vor Ort kann Bedürfnisse des Patienten besser kommunizieren.
  • Angehörige können beim Pflegepersonal konkret nachfragen, wenn etwas nicht stimmt – zum Beispiel: „Mein Vater hat seit Stunden keine Pflege erhalten – können Sie bitte nachschauen?“ Eine ruhige, direkte Rückmeldung ist dabei oft wirkungsvoller als eine allgemeine Klage.
  • Falls das zuständige Pflegepersonal nicht erreichbar ist oder keine Abhilfe schafft, kann die diensthabende Stationsleitung oder der ärztliche Bereitschaftsdienst angesprochen werden.
  • Beobachtungen – etwa Zeitpunkt, Art des Problems und Reaktion des Personals – lassen sich kurz notieren. Das kann hilfreich sein, wenn man das Erlebte später mit der Krankenhausleitung oder dem Patientenfürspracher besprechen möchte.

Für die Zukunft: Was sich vorbereiten lässt

  • Viele Krankenhäuser haben eine unabhängige Patientenfürsprecherin oder einen Patientenfürsprecher – eine Person, die Beschwerden entgegennimmt und vermittelt. Es ist sinnvoll, sich diesen Kontakt zu Beginn eines Aufenthalts geben zu lassen.
  • Eine Vorsorgevollmacht (rechtliches Dokument, das einer Vertrauensperson erlaubt, im eigenen Namen zu handeln) und ein Patientenbrief (kurze Zusammenfassung wichtiger Erkrankungen, Medikamente und Wünsche) können dafür sorgen, dass Angehörige im Ernstfall schnell und umfassend handeln können.
  • Bei planbaren Aufenthalten kann es sich empfehlen, vorab zu prüfen, ob ein Krankenhaus auf die jeweilige Erkrankung spezialisiert ist. Die Kassenärztliche Vereinigung oder die Krankenkasse kann dabei beraten.
  • Im Notfall entscheidet der Rettungsdienst über die Einweisung – es ist aber möglich, Wünsche zu äußern, wenn es die Situation erlaubt. Eine vorab ausgefüllte Notfallkarte mit persönlichen Angaben und bevorzugten Einrichtungen kann dabei helfen, diese Wünsche zu kommunizieren.

Sie sind nicht allein

Wenn Sie ähnliche Erfahrungen gemacht haben oder Unterstützung suchen, bietet die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) unter 0800 011 77 22 kostenlose und neutrale Beratung an. Erfahrungen wie diese können Sie auch auf mehr-patientensicherheit.de anonym melden – damit andere von Ihren Erlebnissen lernen können.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: keine Angabe
Alter: 80+ Jahre
Art der Einrichtung:Normalstation, Krankenhaus
Geschlecht: männlich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

Icon Pfeil nach unten

Wählen Sie eines der anderen Themen

Wählen Sie das Thema aus, das zu Ihrem Fall am besten passt oder über welches Sie weitere Informationen und berteits veröffentlichte Fälle lesen möchten. Alternativ können Sie Ihren Fall auch direkt über das Meldeformular berichten.
Ersatzkassen des vdek

Die Betriebskrankenkassen:

Wichtige Mitteilung:

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Patient:innen und Angehörige,

Vielen Dank für Ihre wichtigen Meldungen. Unser System ist aufgrund der zahlreichen Eingänge im Moment an der Belastungsgrenze. Es ist daher zur Zeit nicht möglich, eine Meldung abzugeben. Wir arbeiten daran, das Problem zu lösen. Bitte versuchen Sie es in wenigen Stunden wieder.

Vielen Dank für Ihr Verständnis, Ihr Mehr-Patientensicherheit-Team