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2024-633

Herzkatheteruntersuchung statt Elektrolytmangel

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Fallbeschreibung:

Elektrolytmangel übersehen: Herzkatheter beinahe unnötig

Wegen heftiger Herzrhytmusstörungen und Muskelkrämpfen im Oberschenkel und Unterschenkel und Erschöpfung ging ich zum Hausarzt. Mit Langzeit EKG wurden 15000 Extrasystolen festgestellt. Er sagte, ich soll dringend eine Herzkatheteruntersuchung machen lassen, er hätte eine gute Adresse dafür.

Ich hatte ein taubes Bein und wurde dann auf Verdacht auf Schlaganfall in die Stroke Unit eingewiesen und lag eine Woche mit vollem Programm im Krankenhaus. MRT, EKG, EEG etc. Alles ok. Aber der Kaliumwert war zu niedrig. Ich berichtete meinem Hausarzt, dass ich einen Dauerstress habe, viel mit dem Rad unterwegs bin, viel schwitze und oft Gymnastik mache und ich ein leaky gut Syndrom habe. Ich sagte ihm, dass ich einen Magnesium und Kaliummangel vermute. Er meinte nein, das kann nicht sein.

Im Krankenhaus wurde ein Schlaganfall ausgeschlossen. Zuhause nahm ich meine Tromcardin Tabletten wieder ein und siehe da, meine Extrasystolen hatte ich bis zum nächsten EKG auf 54 pro Tag heruntergebracht. Eine teure Herzkatheteruntersuchung habe ich vermeiden können, hätte mir nur geschadet und wäre umsonst gewesen.

Warum versuchen die Ärzte nicht erstmal den Ursachen auf den Grund zu gehen und leiten sofort solche unnötigen Maßnahmen ein?

Gut gelaufen:

Keine Angaben

Schlecht gelaufen:

Verbesserungsvorschläge:

Keine Angaben

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Herzrhythmusstörungen (das sind unregelmäßige Herzschläge, die von Betroffenen oft als Stolpern oder Aussetzer wahrgenommen werden) und Muskelbeschwerden können viele verschiedene Ursachen haben. Es ist verständlich, dass eine solche Situation belastend ist – körperlich wie emotional. In manchen Fällen werden aufwändige Untersuchungen eingeleitet, bevor mögliche einfachere Ursachen wie ein Elektrolytmangel (das ist ein Mangel an Mineralstoffen wie Kalium oder Magnesium, die der Körper für seine Funktionen braucht) geprüft wurden.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wer eigene Beobachtungen zu möglichen Ursachen mitbringt, kann dazu beitragen, dass diese in der Diagnostik berücksichtigt werden.

  • Eigene Beobachtungen zu Lebensstil, Ernährung, körperlicher Belastung oder Vorerkrankungen lassen sich gezielt ansprechen – zum Beispiel: „Ich schwitze viel beim Sport und vermute einen Mineralstoffmangel – wäre es möglich, Kalium und Magnesium im Blut zu bestimmen?“
  • Es ist möglich, konkret nach einer Laboruntersuchung zu fragen, bevor weiterführende Eingriffe besprochen werden – Blutuntersuchungen sind in der Regel schnell und wenig belastend.
  • Wenn eine empfohlene Maßnahme Fragen aufwirft, kann man sich Zeit erbitten und eine zweite ärztliche Meinung einholen – das ist ein selbstverständliches Recht von Patient:innen.
  • Eigene Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel, die man bereits einnimmt, empfiehlt sich beim Arztgespräch vollständig zu nennen – auch solche, die rezeptfrei erhältlich sind.

Worauf Sie achten können

  • Vor einem Arztgespräch lassen sich Symptome, Beobachtungen und eigene Vermutungen zur Ursache kurz schriftlich notieren – das erleichtert es, nichts Wichtiges zu vergessen.
  • Bei unklaren Herzrhythmusstörungen kann es sinnvoll sein, gezielt nach einer Bestimmung der Elektrolytwerte (Kalium, Magnesium, Natrium) im Blut zu fragen.
  • Es ist möglich, nachzufragen, welche Untersuchungsschritte in welcher Reihenfolge geplant sind und warum – eine verständliche Erklärung steht Ihnen zu.
  • Eine zweite Meinung einzuholen ist jederzeit möglich und bedeutet keine Kritik an der behandelnden Person – es ist ein anerkanntes Mittel zur eigenen Absicherung.

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 50-69 Jahre
Art der Einrichtung:Vorsorgeeinrichtungen (z.B. Mütter/Väter/Kind-Einrichtungen), Ambulante Praxis
Geschlecht: weiblich

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