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2024-053

Kommunikation mit Patienten und Angehörigen

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Fallbeschreibung:

Hörverlust nach Sepsis: Kommunikation mit Patienten verbessern

Meine Mutter lag nach einer schweren Operation mit anschließender Sepsis für Wochen im künstlichen Koma und trug einen gravierenden Hörschaden davon.

Die betreuenden Ärzte befassten sich überhaupt nicht mit dieser neuen Schädigung und bemühten sich nicht um eine adäquate Kommunikation mit der Patientin, sondern redeten über sie hinweg. Das Hörproblem meiner Mutter könne von der Klinik nicht gelöst werden.

Dieses Verhalten und ihre Uninformiertheit über ihren eigenen Zustand führte bei meiner Mutter zu einer Verweigerungshaltung. Ihre Gesundung litt sehr drunter.

Auf die verzweifelten Angehörigen wirkte dieses Verhalten der Ärzte sehr ignorant und gleichgültig.
Wir können uns nicht vorstellen, dass dieses Problem der Schwerhörigkeit nach einer Sepsis bzw. nach dem künstlichen Koma nur vereinzelt auftritt und man als Klinik da keine Handlungsoptionen hat.

Meine Mutter ist einige Wochen später verstorben – aber wir möchten unseren Anteil leisten, um anderen Menschen diese frustrierende Erfahrung zu ersparen.

Gut gelaufen:

Keine Angaben

Schlecht gelaufen:

Die Patientin und ihre Angehörigen wurden nicht ernst genommen. Verantwortlichkeiten wurden abgewiegelt.

Verbesserungsvorschläge:

Mehr Verantwortungsübernahme, zugewandte Kommunikation mit den Patienten und den Angehörigen.

Weitere Infos:

Es bräuchte eine Kontaktperson im Krankenhaus, die dafür verantwortlich ist, dass die Interessen und Bedürfnisse alter, gehandicapter Patienten und Patientinnen und auch der Angehörigen gewahrt bzw. gegenüber den Ärzten und Ärztinnen vertreten bzw. eingefordert werden.

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Wenn ein Mensch nach einer schweren Erkrankung wie einer Sepsis – einer lebensbedrohlichen Reaktion des Körpers auf eine Infektion – oder nach einem längeren künstlichen Koma eine zusätzliche Beeinträchtigung davonträgt, verändert sich die gesamte Situation für Betroffene und Angehörige schlagartig. Der Verlust des Hörvermögens bedeutet dabei nicht nur eine körperliche Einschränkung, sondern auch den Verlust eines grundlegenden Zugangs zur Welt – und zum eigenen Behandlungsgeschehen.

Wenn eine neu aufgetretene Beeinträchtigung im Behandlungsalltag nicht aufgegriffen und keine angepasste Kommunikation gefunden wird, kann das für Betroffene das Gefühl verstärken, unsichtbar zu sein. Informationen über den eigenen Zustand nicht zu erhalten kann dazu führen, dass Vertrauen in die Behandlung schwindet – mit möglichen Folgen für die Genesung. Angehörige, die dies beobachten und selbst keine Gehör finden, geraten in eine besonders belastende Lage.

Was Angehörige oder Begleitpersonen tun können

Angehörige können in solchen Situationen eine wichtige Brücke sein – sowohl für die betroffene Person als auch gegenüber dem Behandlungsteam.

  • Es ist möglich, das Behandlungsteam ausdrücklich auf eine neu aufgetretene Beeinträchtigung hinzuweisen und konkret nach einem Ansprechplan zu fragen: „Meine Mutter hört seit der Operation kaum noch. Wie kann die Kommunikation mit ihr angepasst werden?“ – eine solche direkte Frage macht das Anliegen konkret und nachvollziehbar.
  • Angehörige können darum bitten, bei Aufklärungsgesprächen anwesend zu sein, um sicherzustellen, dass die betroffene Person alle relevanten Informationen erhält – auch wenn dies schriftlich oder über andere Wege geschehen muss.
  • Viele Krankenhäuser verfügen über einen Patienten- oder Patientinnenfürsprecher bzw. eine Patientenfürsprecherin (eine neutrale Person, die Interessen von Betroffenen im Haus vertritt). Es ist möglich, diese Stelle aktiv anzufragen und um Unterstützung zu bitten.
  • Wenn das Gespräch mit dem direkten Behandlungsteam nicht weiterführt, kann auch die Krankenhausleitung oder der ärztliche Dienst direkt kontaktiert werden – schriftlich, um eine dokumentierte Reaktion zu ermöglichen.

Für die Zukunft: Was sich vorbereiten lässt

  • Eine Vorsorgevollmacht und ein Patientenverfügung ermöglichen es, vorab festzuhalten, wer im Fall einer schweren Erkrankung Entscheidungen treffen darf und welche Wünsche an die Kommunikation bestehen – etwa dass Angehörige stets einbezogen werden.
  • Es ist möglich, bereits vor einem Krankenhausaufenthalt eine Vertrauensperson zu benennen, die als Ansprechpartner oder Ansprechpartnerin für das medizinische Team gilt und bei Bedarf als Stimme der Betroffenen auftreten kann.
  • Eine Notfallkarte oder ein persönliches Informationsblatt – mit Hinweisen auf bestehende Beeinträchtigungen, Kommunikationsbedürfnisse und Kontaktdaten von Angehörigen – kann beim Eintritt in eine Klinik übergeben werden und hilft dem Team, schnell zu verstehen, wie eine Person am besten erreicht werden kann.
  • Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) bietet kostenlose Beratung zu Rechten und Möglichkeiten in der stationären Versorgung – auch für Angehörige. Eine Kontaktaufnahme ist jederzeit möglich, auch vorsorglich.

Sie sind nicht allein

Wer als Angehöriger eine solche Situation erlebt hat, findet bei der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD) unter 0800 011 77 22 (kostenlos) Unterstützung und Orientierung. Auf mehr-patientensicherheit.de ist es möglich, eigene Erfahrungen zu melden – jeder Bericht kann dazu beitragen, die Versorgung für andere Menschen zu verbessern.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Angehörige oder Angehöriger einer Patientin oder eines Patienten
Alter: 70-79 Jahre
Art der Einrichtung:Krankenhaus, Intensivstation
Geschlecht: weiblich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

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