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2024-763

Rippenbrüche nicht erkannt oder kommuniziert

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Fallbeschreibung:

Rippenfraktur übersehen: Wenn Diagnosen nicht weitergegeben werden

Meine Mutter ist nach einem Sturz in eine Unfallklinik eingeliefert worden. Sie lag dort auf der Privatstation.
Es wurde ein Beckenbruch diagnostiziert und mit Schmerzmittel behandelt. Meine Mutter hat zusätzlich starke Schmerzen im Bereich der Rippen und konnte kaum atmen. Bei jeder Visite hat sie den Arzt angesprochen, ob sie vielleicht auch die Rippen gebrochen haben könnte, da sie sich kaum bewegen und schlecht atmen könnte. Dieses wurde mit evt. Prellungen abgetan.
Als meine Mutter dann wieder Zuhause war, habe ich im Entlassungsbericht gelesen, Serienfraktur Rippe. Auch das Pflegepersonal wusste nichts davon.

Gut gelaufen:

Viele Mitarbeiter aus dem Pflegebereich waren sehr unmotiviert und fühlten sich schon bei kleinsten Dingen überfordert. Ein Mitarbeiter hat die Station geschmissen. Ihm war nichts zu viel und er war der Sonnenschein für alle Patienten.

Schlecht gelaufen:

Verbesserungsvorschläge:

Wenn Ärzte sich wenigstens schon mal mit Namen vorstellen würden und zuhören, dann wäre schon viel gewonnen. Diese sind Fachlichkeit meist gut, haben aber menschlich große Defizite.

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Ein Sturz mit mehreren Verletzungen ist für Betroffene und ihre Angehörigen eine belastende Situation – körperlich wie emotional. Wenn eine ältere Person nach einem solchen Ereignis stationär behandelt wird, können mehrere Verletzungen gleichzeitig vorliegen, die nicht immer alle im gleichen Moment erkannt oder kommuniziert werden. In diesem Fall wurden Rippenbrüche – medizinisch: eine Serienfraktur der Rippen, also mehrere gebrochene Rippen – zwar dokumentiert, aber weder mit der Patientin noch mit dem Pflegepersonal besprochen. Das führte dazu, dass die Betroffene ihre anhaltenden Beschwerden nicht einordnen konnte und keine angepasste Unterstützung erhielt.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Es gibt einige Möglichkeiten, wie Angehörige aktiv zur Kommunikation zwischen Patient:in und Behandlungsteam beitragen können.

  • Beschwerden konkret und wiederholt ansprechen: Wenn eine betroffene Person Schmerzen an einer bestimmten Stelle beschreibt, kann es helfen, diese Beobachtung schriftlich festzuhalten und bei jeder Gelegenheit erneut anzusprechen – zum Beispiel: „Meine Mutter hat seit dem Sturz starke Schmerzen an den Rippen und Schwierigkeiten beim Atmen. Wurde das bereits untersucht?“
  • Bildgebende Untersuchung erfragen: Angehörige können nachfragen, ob alle schmerzhaften Körperstellen bildgebend untersucht wurden – also etwa mit Röntgen oder CT. Das ist keine Kritik, sondern eine sachliche Frage zur Vollständigkeit der Diagnostik.
  • Entlassungsgespräch einfordern: Vor der Entlassung ist es möglich, ein kurzes Gespräch mit der zuständigen Ärztin oder dem zuständigen Arzt zu erbitten, in dem alle Diagnosen erklärt werden – auch im Hinblick auf die weitere Versorgung zuhause.
  • Entlassungsbericht gemeinsam lesen: Der Entlassungsbericht, den Patient:innen bei der Entlassung erhalten, listet alle Diagnosen auf. Es kann hilfreich sein, diesen Bericht noch im Krankenhaus zu lesen und bei Unklarheiten sofort nachzufragen – etwa: „Im Bericht steht Serienfraktur der Rippen – was bedeutet das für die Pflege zuhause?“

Worauf Sie achten können

  • Alle Körperstellen, an denen Schmerzen bestehen, gezielt und wiederholt ansprechen – auch wenn eine andere Verletzung bereits im Mittelpunkt steht.
  • Nachfragen, ob der Pflegedienst oder die Pflegepersonen auf der Station über alle vorliegenden Diagnosen informiert sind.
  • Den Entlassungsbericht vor der Heimreise lesen und alle darin genannten Diagnosen besprechen lassen.
  • Bei der Weiterversorgung zuhause – etwa durch Hausarzt oder Pflegedienst – alle bekannten Verletzungen weitergeben, damit die Nachsorge darauf abgestimmt werden kann.

Sie sind nicht allein

Wenn Sie nach einem Krankenhausaufenthalt Fragen zu Ihrer Versorgung oder der eines Angehörigen haben, steht Ihnen die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) kostenlos und vertraulich zur Verfügung. Auf mehr-patientensicherheit.de können Sie außerdem eigene Erfahrungen anonym berichten und damit dazu beitragen, die Versorgung für andere zu verbessern.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Angehörige oder Angehöriger einer Patientin oder eines Patienten
Alter: 80+ Jahre
Art der Einrichtung:Normalstation, Krankenhaus
Geschlecht: weiblich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

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