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2026-136

Wirksame Schmerzmittel nach Spondylodese nicht erhalten

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Fallbeschreibung:

Schmerzmanagement nach Spondylodese: Wenn Hilfe ausbleibt

Ich ging vertrauensvoll zur Wirbelsäulen -Versteifung , wurde bitter enttäuscht !
Der erste bewusste Moment nach der Operation war ein Schock für mich ! Ich hatte unerträgliche Schmerzen und bat um Hilfe .
Der Pfleger stand an meinem Bett und erklärte mir vorwurfsvoll,
ich hätte schon so viel erhalten , dass ich nur noch 20 Herzschläge pro Minute hatte . Ich verstand die Welt nicht mehr .
Die Schmerzen hielten in diesem Ausmaß 7 Tage an und wollte , trotz Lebenslust vor der OP , einfach nur einschlafen und nicht mehr aufwachen .
Ich weiß , dass ich Morphium bekommen habe , und einiges an Medikamenten ausprobiert wurde , doch nichts davon hat in irgend einer Weise gewirkt !
Ich konnte weder sitzen , noch stehen , nur ganz flach liegen . Ich war nicht imstande zu essen , mehr als einen Schluck zu trinken, nur mühevoll die Toilette besuchen , wegen unerträglichen Schmerzen im Sitzen . Das wurde ignoriert , man hat mir nicht geglaubt !
Da fiel mir die Medikation meiner ersten , kürzeren Spondylodese ein . Es war Pregabalin und Tilidin zusätzlich zu Novaminsulfon.
Dies sagte ich dem Stationsarzt , der nur meinte , ich müsse den Schmerz annehmen und lernen damit zu leben .
Ich habe trotzdem die von mir genannten Medikamente bekommen , leider zu gering dosiert , trotzdem merkte ich eine leichte Veränderung .
Nach der Entlassung ging es Zuhause weiter, dass ich nur flach liegen konnte und die Schmerzen extrem waren . Ich wurde 2x liegend zum Chirurgen gefahren , bis er die notwendige Medikation eingeleitet hatte.
Jetzt hat sich , bei einem Zweitmeinungsgespräch herausgestellt, dass ich wohl eine massive Muskelentzündung mit Muskelzerfall und verletzte Nerven hatte . Nun habe ich eine schwere Muskeldystrophie und ein lahmes Bein ,was alles irreparabel ist.

Gut gelaufen:

Hört auch einmal auf die Patienten ! Nicht jeder simuliert !

Schlecht gelaufen:

Man hat mir nicht geholfen, weil meine Schmerzen nicht in das normale Bild passten ! Man hat nicht versucht über den Tellerrand zu sehen ! Sogar mein Chirurg , der mich zu diesem Zeitpunkt schon gut kannte , kam nicht zum 2. vereinbarten Besuchstermin . Ich wurde schlicht und einfach mit meinem Leid alleine gelassen !

Verbesserungsvorschläge:

Wenn ein Fall ungewöhnlich ist , nicht gleich aufgeben nach dem Grund zu suchen!

Weitere Infos:

Mein Leben ist gelaufen ! Ich gehe mit Stützkorsett am Rollator , was trotzdem gut ist . Es könnte ja noch schlimmer sein ! Mein soziales Leben liegt auf Eis , da ich nach wie vor nicht länger sitzen kann und somit gemütliche Beisammensein nicht mehr möglich sind . Trotzdem freue ich mich auf jeden Tag mit meiner Familie , die mich liebevoll umgibt!

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Dieser Bericht beschreibt eine Situation, die kaum vorstellbar ist: wochenlange, unerträgliche Schmerzen nach einer großen Operation – und das Gefühl, damit nicht ernst genommen zu werden. Solche Erfahrungen können tiefe Spuren hinterlassen, körperlich wie seelisch.

Eine Spondylodese (operative Versteifung der Wirbelsäule) ist ein komplexer Eingriff. Schmerzen danach sind zu erwarten – doch wenn Schmerzen ungewöhnlich stark sind, länger anhalten als üblich oder auf die standardmäßig eingesetzten Mittel nicht ansprechen, kann das auf eine zusätzliche, noch nicht erkannte Ursache hinweisen. In diesem Fall stellte sich später heraus, dass eine schwere Muskelentzündung mit Muskelzerfall und Nervenschäden vorlagen – Befunde, die im Nachhinein erklären, warum die Schmerzen so extrem waren und warum gängige Schmerztherapien nicht ausreichend halfen.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wer nach einer Operation das Gefühl hat, dass die Schmerzsituation nicht ausreichend eingeschätzt oder behandelt wird, hat mehrere Möglichkeiten, aktiv auf die eigene Versorgung Einfluss zu nehmen.

  • Eigene Vorerfahrungen ansprechen: Wer bereits frühere Operationen oder Behandlungen erlebt hat, kann konkret benennen, welche Medikamente damals geholfen haben. Ein Formulierungsbeispiel: „Bei meiner letzten Operation hat mir Pregabalin in Kombination mit Tilidin geholfen – wäre das hier auch eine Option?“
  • Schmerzen dokumentieren und beschreiben: Es ist möglich, Schmerzen möglichst genau zu benennen – zum Beispiel nach Art (brennend, stechend, drückend), Ort, Zeitpunkt und Auswirkung auf alltägliche Handlungen wie Essen, Trinken oder Körperpflege. Konkrete Beschreibungen können dazu beitragen, dass das Ausmaß der Einschränkung besser nachvollzogen wird.
  • Ausdrücklich um eine schmerzmedizinische Konsultation bitten: In vielen Krankenhäusern gibt es spezialisierte Schmerzteams (Akutschmerzdienst). Es ist möglich, direkt darum zu bitten: „Ich möchte gerne vom Schmerzteam oder einem Schmerzspezialist:in gesehen werden.“
  • Eine Vertrauensperson hinzuziehen: Angehörige oder Begleitpersonen können in solchen Situationen unterstützen – indem sie Beobachtungen schildern, Fragen stellen oder darum bitten, dass Beschwerden im Verlaufsbericht dokumentiert werden.

Worauf Sie achten können

  • Schmerzen, die trotz Behandlung über mehrere Tage unverändert stark bleiben oder sich verschlechtern, können ein Hinweis auf eine zusätzliche körperliche Ursache sein – ein Ansprechen darauf ist berechtigt.
  • Es ist möglich, ausdrücklich nach einer schriftlichen Dokumentation der eigenen Schmerzangaben im Krankenblatt (Patientenakte) zu fragen.
  • Wenn das Behandlungsteam keine zufriedenstellende Antwort geben kann oder will, ist es möglich, eine ärztliche Zweitmeinung einzufordern – auch noch während des Krankenhausaufenthalts.
  • Nach der Entlassung: Wenn Schmerzen zu Hause anhalten oder sich verschlimmern, ist eine Vorstellung bei einer niedergelassenen Schmerzambulanz oder einer auf Schmerztherapie spezialisierten Praxis eine mögliche Option, auch parallel zur chirurgischen Nachsorge.

Sie sind nicht allein

Wer nach einem Krankenhausaufenthalt das Gefühl hat, mit Beschwerden nicht ausreichend gehört worden zu sein, kann sich an die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) wenden – kostenlos und anonym unter 0800 011 77 22. Weitere Informationen und die Möglichkeit, eigene Erfahrungen zu teilen, finden Sie auf mehr-patientensicherheit.de.

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 50-69 Jahre
Art der Einrichtung:Krankenhaus
Geschlecht: weiblich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

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