2024-1102
ME/CFS: zunächst nicht ernst genommen und Symptome auf die Psyche geschoben
Dieser Fall hilft die Patientensicherheit für alle zu verbessern. Sie möchten ebenfalls einen Fall melden? Zum Meldeformular
Vor genau einem Jahr ging es mir (nach Impfung) Schritt für Schritt immer schlechter mit überwiegend neurologischen Ausfällen und immer stärkerer körperlicher Erschöpfung und massiven Schmerzen.
Sowohl von Hausärztin/ vom Hausarzt als auch niedergelassenem Neurologen/Schmerztherapeut bekam ich je Einweisungen in eine Uniklinik.
Dort wurde ein kleines Blutbild gemacht, Kreislauf überwacht, Schlaganfall+Hirnhautentzündung ausgeschlossen und ich mit dem Hinweis, ich möge eine Psychiatrie aufsuchen, weggeschickt, da ich doch kerngesund sei.
Dank meiner Ärztin/ meinem Arzt bekam ich eine Einweisung in eine andere Klinik. Dort wurde viel gründlicher untersucht und man stellte ein ME/CFS nach einem Eppstein-Barr-Virus, Small-Fiber-Neuropathie + Post-Zoster-Neuralgie fest. Dort wurde ich dann medikamentös eingestellt.
Wenn körperliche Beschwerden über einen längeren Zeitraum anhalten und sich verschlechtern, ist das für Betroffene eine belastende und oft zermürbende Situation. Besonders schwer wiegt es, wenn Symptome nicht als körperlich ernst genommen werden – obwohl sie den Alltag massiv einschränken.
ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis / Chronisches Fatigue-Syndrom) ist eine schwere neurologische Erkrankung, die mit extremer Erschöpfung, Schmerzen und weiteren körperlichen Symptomen einhergeht. Sie ist wissenschaftlich anerkannt, aber in der medizinischen Versorgung noch wenig bekannt. Das kann dazu führen, dass Betroffene lange auf eine zutreffende Diagnose warten – und zwischenzeitlich nicht die Untersuchungen erhalten, die ihrer Situation entsprechen.
Wer ähnliche Erfahrungen macht, kann verschiedene Wege nutzen, um sich Gehör zu verschaffen und eine gründlichere Abklärung zu erreichen.
Wer ähnliche Erfahrungen gemacht hat, kann sich an die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) wenden – kostenlos und anonym unter 0800 011 77 22. Erfahrungen lassen sich außerdem auf mehr-patientensicherheit.de melden und tragen so dazu bei, dass solche Situationen sichtbar werden und das Versorgungssystem davon lernen kann.
Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt.
Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:
Ein Patient mit ME/CFS im Rollstuhl erlebt bei einer GdB-Begutachtung entwürdigende Aussagen. Dieser CIRS-Fall zeigt, wie wichtig respektvoller Umgang ist.
Fall lesen →ME/CFS wird oft nicht erkannt oder falsch eingeordnet. Dieser CIRS-Fall zeigt, welche Risiken entstehen, wenn Begleiterkrankungen ohne Kenntnis der Grunderkrankung behandelt werden.
Fall lesen →Ein Gutachten ignoriert Post-Covid- und ME/CFS-Diagnosen und kommt zu falschen Schlüssen. Was bei solchen Terminen schiefläuft und was Betroffene wissen sollten.
Fall lesen →Eine Patientin mit ME/CFS erhält keine Beratung, weil die Neurologin die Erkrankung nicht kennt. Was dieser Fall über Versorgungslücken zeigt.
Fall lesen →Ein Patient suchte in mehreren Bundesländern vergeblich nach Hausärzten mit ME/CFS-Kenntnissen. Ein CIRS-Fall über Wissenslücken in der Versorgung.
Fall lesen →Ein CIRS-Fall zeigt: Fehlendes Wissen über ME/CFS führte zu falschen Bewegungsempfehlungen. Was Pacing wirklich bedeutet und warum es wichtig ist.
Fall lesen →Ein CIRS-Fall zeigt: ME/CFS ist vielen Ärzten unbekannt. Betroffene kämpfen allein um Diagnose, Kosten und Notfallversorgung. Jetzt mehr erfahren.
Fall lesen →Ein CIRS-Fall zeigt, wie ein ME/CFS-Patient nach epileptischem Anfall im Krankenhaus nicht ernst genommen wurde – mit schweren Folgen für seine Gesundheit.
Fall lesen →Eine Patientin berichtet, wie ihre ME/CFS-Symptome beim Hausarzt jahrelang übergangen wurden. Ein Fall über Versorgungslücken und fehlende Anlaufstellen.
Fall lesen →ME-CFS wird oft nicht erkannt oder falsch behandelt. Dieser CIRS-Fall zeigt Versorgungslücken und Risiken für Betroffene im deutschen Gesundheitssystem.
Fall lesen →
Die Betriebskrankenkassen:
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Patient:innen und Angehörige,
Vielen Dank für Ihre wichtigen Meldungen. Unser System ist aufgrund der zahlreichen Eingänge im Moment an der Belastungsgrenze. Es ist daher zur Zeit nicht möglich, eine Meldung abzugeben. Wir arbeiten daran, das Problem zu lösen. Bitte versuchen Sie es in wenigen Stunden wieder.
Vielen Dank für Ihr Verständnis, Ihr Mehr-Patientensicherheit-Team