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2024-088

Antidepressiva für Schädigungen durch Fluorchinolone

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Fallbeschreibung:

Fluorchinolon-Schäden: Langzeitfolgen nach Ciprofloxacin

Ich hatte eine Divertikulitis, die mit dem Reserveantibiitikum Ciprofloxacin behandelt wurde. Danach traten heftige Durchfälle und Angstattacken auf. Die Durchfälle wurden wieder mit Cipro behandelt. In den folgenden 4 Jahren mit insgesamt 80 Tabletten.

Wegen der Angstattacken wurde mir sofort ohne Blutuntersuchung, ohne Nachfrage, welche Medikamente ich zuletzt genommen habe, Antidepressiva verordnet. Ein Mittel, das in Frankreich bereits vom Markt genommen wurde, in Deutschland aber weiter verschrieben wurde. Ich habe auf die Einnahme verzichtet. Es entwickelten sich bei mir Tinnitus Schweregrad IV, Hyperakusis, Sehnenabriss in der linken Schulter. Ich wurde in die Psychosomatik eingewiesen. Sie konnten die Ursache nicht finden. Ich soll Antidepressiva nehmen.
Nein. Mache ich nicht, ich will die Ursache herausfinden.
Es entwickelt sich ein Leaky gut Syndrom, häufige Migräneattacken zusammen mit Durchfall. Hörverlust von 15 auf 40 % beidseits innerhalb von 2 Jahren. Ein Sehnenanriss im linken Sprunggelenk. Eine Gaba Stoffwechselstörung, chronisches Erschöpfungssyndrom, Schlafstörungen und vieles mehr.
Dann kommt vier Jahre später im TV eine Sendung über Schädigungen durch Fluorchinolone und mir fällt es wie Schuppen von den Augen. Genau das habe ich Jahre lang verordnet bekommen. Keiner hat mich davor gewarnt. Ich wurde fast für verrückt erklärt, musste damals eine Verhaltenstherapie machen. Keine Besserung bis ich durch Recherchen einen Arzt/ eine Ärztin und Spezialisten auf diesem Gebiet gefunden hatte, der/ die mich ernst genommen hat und mich behandelt hat. Es geht mir bedeutend besser, aber in der Zwischenzeit bin ich schwerbehindert und habe noch Krebs dazu. Die lebensnotwendige Chemo konnte ich wegen der Schädigungen durch die Fluorchinolone nicht erhalten.
Ich werde weiter kämpfen und jeden darüber informieren, was dieses schädliche Reserve Antibiotikum auslöst. Rote Hand Briefe des BfArM warnen vor der Verordnung und Einnahme. Trotzdem wird es tausendfach verschrieben. In den USA ist es bereits verboten. Die Geschädigten erhalten dort Geld für die Schäden. In Europa ist man nicht bereit, dafür etwas zu tun. Die Politiker und die Ärzteschaft sind aufgefordert, die vielen geschädigten Patienten zu unterstützen. Selbst Gutachter haben keine Ahnung von diesen Mitteln und halten einen für doof, wenn man darüber berichtet. Leider mehrfach erlebt.
Ich hoffe, dass das Forum hier mit dieser Aktion viel Erfolg hat. Ich freue mich, dass es die Möglichkeit gibt, hier etwas beizutragen. Herzlichen Dank und bleiben Sie gesund!

Gut gelaufen:

Gar nichts.

Schlecht gelaufen:

Verbesserungsvorschläge:

Keine Angaben

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Dieser Bericht schildert eine jahrelange Leidensgeschichte, die mit einer antibiotischen Behandlung begann und in deren Verlauf schwerwiegende gesundheitliche Schäden auftraten. Es ist wichtig anzuerkennen: In einer Situation wie dieser – mit wiederholten, über Jahre verteilten Behandlungen, unklaren Symptomen und einem komplexen medizinischen Geschehen – gab es für die Betroffene keinen einfachen oder offensichtlichen Hebel zum Eingreifen. Dass Zusammenhänge lange unerkannt blieben, ist keine Frage persönlichen Versagens, sondern spiegelt eine systemische Herausforderung wider.

Fluorchinolone (eine Gruppe von Breitspektrum-Antibiotika, zu denen auch Ciprofloxacin gehört) stehen seit Jahren unter kritischer Beobachtung. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat in sogenannten Roten-Hand-Briefen – das sind offizielle Sicherheitswarnungen an medizinisches Fachpersonal – auf schwerwiegende Nebenwirkungen hingewiesen, darunter Schäden an Sehnen, Nerven und dem Zentralnervensystem. Trotzdem werden diese Mittel weiterhin verschrieben. Betroffene, die über solche Beschwerden berichten, werden dabei nicht immer ernst genommen – auch das zeigt dieser Fall deutlich.

Was Angehörige oder Begleitpersonen tun können

  • Eine Begleitperson kann bei Arztterminen dabei sein und helfen, alle aktuell eingenommenen Medikamente vollständig zu benennen – gerade wenn die betroffene Person durch Beschwerden wie Erschöpfung, Angst oder Schmerzen belastet ist und Details möglicherweise schwer abrufbar sind.
  • Es ist möglich, gemeinsam eine aktuelle Medikamentenliste zu führen, auf der nicht nur der Wirkstoffname, sondern auch Einnahmedauer und aufgetretene Beschwerden festgehalten werden. Diese Liste kann bei jedem Arzttermin übergeben werden.
  • Wenn Symptome nach einer Behandlung auftreten und kein Zusammenhang erkannt wird, kann eine Begleitperson gezielt nachfragen: „Könnten die Beschwerden mit dem zuletzt verschriebenen Medikament zusammenhängen?“ – und darauf bestehen, dass diese Frage dokumentiert wird.
  • Angehörige können dabei unterstützen, eine Zweitmeinung einzuholen oder nach Spezialist:innen zu suchen, die Erfahrung mit dem jeweiligen Krankheitsbild haben – etwa über Selbsthilfeorganisationen oder Patientenberatungsstellen.

Für die Zukunft: Was sich vorbereiten lässt

  • Eine persönliche Medikamentenliste anlegen: Wirkstoffname, Handelsname, Einnahmedauer und aufgetretene Beschwerden – geordnet nach Datum. Diese Liste kann bei jedem Arztbesuch vorgelegt werden.
  • Bei der Verordnung eines Antibiotikums ist es möglich, zu fragen: „Gehört dieses Mittel zur Gruppe der Fluorchinolone – und gibt es eine Alternative?“ Das ist ein legitimes Anliegen, das jede Person stellen kann.
  • Eine Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung aufsetzen, damit Vertrauenspersonen in belastenden Situationen stellvertretend handeln und Informationen an Behandelnde weitergeben können.
  • Sicherheitsmeldungen zu Medikamenten – etwa die Roten-Hand-Briefe des BfArM – sind öffentlich zugänglich unter www.bfarm.de. Es ist möglich, sich dort über verordnete Wirkstoffe zu informieren.

Sie sind nicht allein

Wer unsicher ist, ob eine Behandlung angemessen war, oder wer Unterstützung bei der Einordnung medizinischer Situationen sucht, kann sich kostenlos und unabhängig an die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) wenden. Eigene Erfahrungen – ob belastend oder hilfreich – können außerdem auf mehr-patientensicherheit.de gemeldet werden, damit andere von diesen Erfahrungen lernen können.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 50-69 Jahre
Art der Einrichtung:Ambulante Praxis, Arztpraxis
Geschlecht: weiblich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

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