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2024-067

Gürtelrose – falsche Dosis bei Medikation mit Aciclovir

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Fallbeschreibung:

Falsche Aciclovir-Dosis bei Gürtelrose: Zweifacher Ausbruch

Mittlerweile bin ich innerhalb von kürzester Zeit zweimal an Gürtelrose erkrankt. Grund dafür war eine zu geringe Dosis von 400mg mit den Medikament Aciclovir, wie mir später ein anderer Arzt 2 erklärte. Aufgrund der geringen Dosis konnte die Gürtelrose wieder aufflammen bzw. vorher nicht vollständig eingedämmt werden. Meine vorherige Hausärztin 1 (die mir eine zu geringe Dosis verschrieben hatte (zweimal)) schob dies auf meine fleischfreie Ernährung und dass dadurch meine Immunsystem so schwach sei.

Ich Zitiere: „Ja bei Vegetariern/Veganern sind die ganzen Vitamine alle im Keller!“. Diese Aussagen traf sie ohne irgendwelche Untersuchungen und weitere Informationen über mich. Bei einem anderen Arzt 2 erfuhr ich dann dass die Dosis zu gering war und die Krankheit wahrscheinlich stressbedingt ausgebrochen ist (hatte Gürtelrose bisher immer in der Klausurenphase) und mir wurden Präventionsmaßnahmen vorgeschlagen. Die andere Ärztin 1 konnte mir mit Präventionsmaßnahmen nicht weiterhelfen.

Gut gelaufen:

Ich kam schnell dran und sie machte einen sympathischen Eindruck. Sie konnte mir mit einer Auffrischungsimpfung weiterhelfen.

Schlecht gelaufen:

Dass die Ärztin nicht über Ursache und Therapie von Gürtelrose informiert war.

Verbesserungsvorschläge:

Sie sollte sich in Zukunft besser informieren oder vielleicht ein paar Schulungen besuchen.

Weitere Infos:

Sie sagte auch ich hätte ADHS anstatt ADS, weil ich mich nicht in der Vorlesung konzentrieren kann, was wissenschaftlich nicht haltbar ist. Allgemein schien sie ziemlich schlecht informiert zu sein, was durch ihre beiläufigen Kommentare besonders auffällt.

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Eine Erkrankung, die trotz Behandlung wiederkommt, ist eine belastende Erfahrung – erst recht, wenn man im Nachhinein erfährt, dass die Dosierung des Medikaments möglicherweise nicht der Standardempfehlung entsprach. Solche Situationen können verunsichern und das Vertrauen in die medizinische Versorgung erschüttern.

Aciclovir ist ein antivirales Medikament, das unter anderem bei Gürtelrose (Herpes zoster) eingesetzt wird. Die empfohlene Dosierung richtet sich nach der Art der Erkrankung und kann je nach Diagnose deutlich variieren. Werden Patient:innen mit einer Dosierung behandelt, die unterhalb der für ihre Situation empfohlenen Menge liegt, kann dies den Behandlungserfolg beeinflussen.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wer nach einer Behandlung Zweifel hat oder bei einer Erkrankung keinen ausreichenden Behandlungserfolg erlebt, hat verschiedene Möglichkeiten.

  • Eine zweite ärztliche Meinung einholen: Bei anhaltenden Beschwerden oder Unsicherheit über eine Diagnose oder Behandlung ist es möglich, eine andere Praxis aufzusuchen. Das ist ein normaler und anerkannter Schritt in der medizinischen Versorgung – wie dieser Fall zeigt, kann er wichtige neue Informationen bringen.
  • Nachfragen zur Dosierung: Beim Abholen eines Rezepts oder in der Apotheke kann man fragen: „Ist diese Dosierung für meine Diagnose üblich?“ Apotheker:innen sind ausgebildet, genau solche Fragen zu beantworten, und stehen dafür kostenlos zur Verfügung.
  • Auslöser und Muster ansprechen: Wenn jemand bemerkt, dass eine Erkrankung immer in ähnlichen Situationen auftritt – etwa in Stressphasen –, kann es hilfreich sein, dies aktiv anzusprechen: „Mir ist aufgefallen, dass die Erkrankung immer in belastenden Phasen wiederkehrt. Gibt es dazu Präventionsmöglichkeiten?“ Manche Ärzt:innen greifen diesen Hinweis auf, andere nicht – ein Wechsel der Praxis ist dann ebenfalls möglich.
  • Impfberatung aktiv anfragen: Gegen Gürtelrose gibt es eine zugelassene Schutzimpfung. Wer häufig betroffen ist oder Risikofaktoren hat, kann gezielt nach einer Impfempfehlung fragen – unabhängig davon, ob diese von sich aus angeboten wird.

Worauf Sie achten können

  • Behandlungsempfehlungen, die auf Annahmen über die Ernährungsweise oder den Lebensstil basieren, ohne dass eine Untersuchung oder Laborwerte vorliegen, können hinterfragt werden.
  • Wenn eine Behandlung wiederholt keinen Erfolg zeigt, ist eine ärztliche Zweitmeinung eine sinnvolle Option – Praxen sind verpflichtet, Unterlagen auf Anfrage weiterzugeben.
  • Apotheken können bei der Einschätzung einer Dosierung eine erste, niedrigschwellige Anlaufstelle sein – dieser Service ist Teil der regulären Apothekenberatung.
  • Wer das Gefühl hat, mit Anliegen nicht ernst genommen zu werden oder nicht alle notwendigen Informationen zu erhalten, kann die Praxis wechseln – das ist ein selbstverständliches Recht.

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 15-29 Jahre
Art der Einrichtung:Ambulante Praxis, Arztpraxis
Geschlecht: männlich

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