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2024-1441

Kapazitätenmangel in Rehaeinrichtungen

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Fallbeschreibung:

Lymphödem nach Knie-OP: Zu wenig Reha-Kapazitäten

Nach missglückter Knie-OP eine zweite.
Danach Reha. Das Bein war so dick, es passte weder Hosen noch Schuhe.
In 3 Wochen 2x Lymphdrainage. Auf Nachfrage: keine Kapazitäten.
Ich habe bis heute Probleme – Lymphödem entstanden.

Ich muss dazu sagen, dass ich keine „Meckertante“ bin, aber das hat mich entsetzt. Dann kann man nicht so viele Patienten aufnehmen. Die Krankenkassen zahlen bestimmt viel an die Rehaeinrichtungen.

Nun hoffe ich – auch als Rentnerin – dass der Kurantrag meines Arztes Erfolg hat. Aber……
Bleiben Sie gesund!

Gut gelaufen:

????

Schlecht gelaufen:

Die Vergabe von Therapie. Es gab einen Thrombosestrumpf, der aus der Kiste genommen wurde. Passte natürlich nicht. War so eng, dass Lymphflüssigkeit aus dem Bein lief. Also auch Verbot für Wassergymnastik.

Verbesserungsvorschläge:

Die Massenabfertigung reduzieren!

Weitere Infos:

Ich bin unendlich traurig, dass mir die Reha nicht geholfen hat.

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Eine Rehabilitation nach einer aufwendigen Operation ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Erholung – und es ist sehr belastend, wenn die erhoffte Unterstützung dort nicht in ausreichendem Maß ankommt. Der Bericht dieser Patientin zeigt, wie es sich auswirken kann, wenn therapeutische Leistungen wie die Lymphdrainage (eine Behandlung, bei der durch sanfte Massagebewegungen angestaute Gewebsflüssigkeit abtransportiert wird) in einer Einrichtung nicht in dem Umfang zur Verfügung stehen, der medizinisch notwendig wäre.

In diesem Fall erhielt die Patientin nach einer Knieoperation während eines mehrwöchigen Rehaaufenthalts lediglich zweimal eine Lymphdrainage – trotz sichtbarer starker Schwellung des Beins. Zusätzlich wurde ein Kompressionsstrumpf verwendet, der nicht passte und zu weiteren Beschwerden führte. Ob und wie sich das auf die spätere Entwicklung eines Lymphödems ausgewirkt hat, lässt sich von außen nicht beurteilen. Solche Situationen entstehen aus einem Zusammenspiel verschiedener Umstände – und sie hinterlassen bei Betroffenen zu Recht tiefe Spuren.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wer eine Reha antritt, kann sich vorab und während des Aufenthalts auf verschiedene Weise für die eigenen Bedürfnisse einsetzen – wenn die Kraft und die Möglichkeit dazu vorhanden sind.

  • Therapiebedarf frühzeitig ansprechen: Bereits beim Aufnahmegespräch in der Rehaeinrichtung ist es möglich, konkrete Beschwerden wie starke Schwellungen zu benennen und nach einem individuellen Therapieplan zu fragen. Eine mögliche Formulierung: „Mein Bein ist stark geschwollen – welche Behandlungen sind für mich geplant, und wie oft werde ich Lymphdrainage erhalten?“
  • Beim behandelnden Arzt nachfragen: Wenn die vereinbarten oder notwendigen Therapien nicht stattfinden, kann ein Gespräch mit dem zuständigen Reha-Arzt helfen, den Bedarf schriftlich festzuhalten und Alternativen einzufordern.
  • Hilfsmittel auf Passgenauigkeit prüfen lassen: Kompressionsstrümpfe oder andere Hilfsmittel (z. B. Bandagen) sind dann wirksam, wenn sie gut sitzen. Es ist möglich, ausdrücklich darum zu bitten, dass die Passform von einer Fachkraft geprüft wird – und ein schlecht sitzendes Hilfsmittel abzulehnen.
  • Die Krankenkasse einbeziehen: Wenn medizinisch notwendige Leistungen wiederholt nicht erbracht werden, kann die eigene Krankenkasse kontaktiert werden. Sie hat die Möglichkeit, bei der Einrichtung nachzufragen und in manchen Fällen auf Abhilfe hinzuwirken.

Worauf Sie achten können

  • Vor Beginn der Reha: Lassen Sie sich vom behandelnden Arzt die wichtigsten Therapieempfehlungen schriftlich mitgeben – zum Beispiel in einem Arztbrief oder Verordnung, die Sie selbst in der Einrichtung vorlegen können.
  • Bei der Aufnahme: Fragen Sie, welche Therapeuten für Sie zuständig sind und wie Sie diese im Verlauf des Aufenthalts erreichen können.
  • Wenn Therapien ausfallen: Notieren Sie, welche Behandlungen wann geplant waren und welche tatsächlich stattgefunden haben – diese Information kann hilfreich sein, wenn Sie sich später an die Krankenkasse oder andere Stellen wenden.
  • Nach der Reha: Wenn Beschwerden bestehen bleiben oder sich verschlimmern, ist es möglich, zeitnah einen Termin beim Hausarzt oder bei einem Spezialisten zu vereinbaren – und auch einen Kuraufenthalt oder eine Anschlussbehandlung zu beantragen.

Sie sind nicht allein

Wenn Sie das Gefühl haben, während einer Reha oder einer anderen Behandlung nicht ausreichend versorgt worden zu sein, können Sie sich an die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) wenden – sie berät kostenlos und unabhängig zu Ihren Rechten als Patient oder Patientin. Ihre Erfahrungen können Sie außerdem auf mehr-patientensicherheit.de anonym melden – damit ähnliche Situationen besser erkannt und langfristig verbessert werden können.

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 70-79 Jahre
Art der Einrichtung:Rehaeinrichtung, stationär
Geschlecht: weiblich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

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