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2024-008

Keine Termine beim Arzt; KV stellt sich „tot“

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Fallbeschreibung:

Kein Facharzttermin trotz Dringlichkeit – Erfahrungsbericht

Aufgrund schwerwiegender akuter gesundheitlicher Probleme wurde ich von meinem/meiner Hausarzt/ Hausärztin zu einem Radiologen/ einer Radiologin überwiesen. Trotzt „Dringlichkeitscode“ und Überweisung war es über die zuständigen Terminservicestellen 116117 nicht möglich auch nur zu einer Terminvereinbarung zu kommen.

Auch über die KV APP ließ sich kein Termin vereinbaren. Die Telefonleitungen – diese Vermittlung zum Spezialisten wird ausschließlich telefonisch durchgeführt – waren zu allen Tageszeiten belegt.

Nach ca. 60 Minuten Wartezeit wird man aus der Warteschleife geworfen. Diese Erfahrung hatte ich über eine Woche täglich machen müssen. Man fühlt sich sehr allein gelassen.

Gut gelaufen:

Gut ist die klare Regelung der Terminvergabe über 116117 oder über die APP. Es muss sichergestellt werden, dass das so auch umgesetzt wird.

Schlecht gelaufen:

Die Regelungen werden von den Ärzten nicht eingehalten oder umgesetzt. Die Patienten werden alleine gelassen. Das wissen auch alle Beteiligten. Das Problem scheint allen lange bekannt. Mein Hausarzt/ Meine Hausärztin sagte, das sei ihm/ ihr bekannt. Sie/ Er verstehe das auch nicht. Selbst sie/ er würde kein Termin mehr vermitteln können. Offenbar wird nichts unternommen, um Miss-Stand abzustellen.

Verbesserungsvorschläge:

Das Management der Terminvergabe muss funktionieren. Die Telefonverbindung zur Terminservice-Stelle dürfen nicht einfach von der Service-Stelle abgebrochen werden. Falls ein Anrufer abgewiesen wird muss dies zumindest mit einer Erklärung versehen werden (Leitungen überlasten, Personal erkrankt, Dienstschluss: rufen Sie bitte morgen nochmals an etc.)

Weitere Infos:

Ich habe den Termin als Selbstzahler realisiert. Hier habe ich innerhalb von zwei Tagen drei Behandlungs-Angebote bekommen. Ärzte, die so handeln – GKV Versicherte abweisen und nur noch Selbstzahler behandeln – sollten ihre Kassenzulassung zurückgeben (müssen)..

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Wenn dringend ein Facharzttermin benötigt wird, kann die Situation trotz aller vorhandenen Regelungen ins Stocken geraten – das ist frustrierend und belastend, besonders dann, wenn akute gesundheitliche Beschwerden bestehen. Der vorliegende Fall zeigt, dass die offiziell vorgesehenen Wege zur Terminvermittlung in der Praxis nicht immer zuverlässig erreichbar sind.

Gesetzlich Versicherte haben bei dringlichem Bedarf einen Anspruch auf einen Facharzttermin innerhalb von vier Wochen. Die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) – erreichbar unter der Rufnummer 116117 – sind dafür zuständig, diesen Anspruch umzusetzen. Kommt diese Vermittlung nicht zustande, entsteht eine Versorgungslücke, die Betroffene in einer ohnehin belastenden Situation allein lässt.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wer sich in einer vergleichbaren Lage befindet, kann verschiedene Wege parallel nutzen, um nicht von einem einzigen Kanal abhängig zu sein.

  • Mehrere Kontaktwege gleichzeitig nutzen: Neben dem Telefon unter 116117 ist es möglich, die Online-Terminbuchung unter 116117.de direkt im Browser zu verwenden – unabhängig von der App. Beide Wege führen zum selben System, können aber unterschiedlich ausgelastet sein.
  • Den Dringlichkeitscode aktiv benennen: Liegt eine Überweisung mit Dringlichkeitscode vor, ist es möglich, diesen bei jeder Kontaktaufnahme ausdrücklich zu erwähnen – zum Beispiel: „Ich habe eine Überweisung mit Dringlichkeitscode und benötige einen Termin innerhalb der gesetzlichen Frist.“
  • Die Krankenkasse einschalten: Viele gesetzliche Krankenkassen bieten eigene Terminvermittlungsdienste an oder können bei der Durchsetzung des Terminanspruchs unterstützen. Ein Anruf dort kann den Druck auf die zuständigen Stellen erhöhen.
  • Beschwerde bei der Kassenärztlichen Vereinigung einreichen: Wenn die Terminservicestelle dauerhaft nicht erreichbar ist, ist es möglich, dies schriftlich bei der zuständigen KV zu melden. Das lässt sich formlos per E-Mail oder über das Kontaktformular der jeweiligen KV tun und erzeugt eine dokumentierte Rückmeldung.

Worauf Sie achten können

  • Halten Sie Überweisung und Dringlichkeitscode griffbereit und notieren Sie, wann und wie oft Sie versucht haben, einen Termin zu vereinbaren – diese Dokumentation kann bei einer späteren Beschwerde hilfreich sein.
  • Fragen Sie Ihre Hausarztpraxis, ob sie die Überweisung direkt an eine Facharztpraxis weiterleiten oder dort persönlich anfragen kann – manchmal bestehen direkte Kontakte, die telefonisch nicht zugänglich sind.
  • Wenn sich gesundheitliche Beschwerden verschlechtern, ist die Notaufnahme eines Krankenhauses eine Option – oder bei Unsicherheit die 116117 in ihrer zweiten Funktion als ärztlicher Bereitschaftsdienst, der auch außerhalb der Sprechzeiten erreichbar ist.
  • Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) unter 0800 011 77 22 (kostenlos) kann dabei helfen, Rechte einzuordnen und nächste Schritte zu klären.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 30-49 Jahre
Art der Einrichtung:Ambulante Praxis, Arztpraxis
Geschlecht: männlich

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Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

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