2024-1059
Medikamente für Schilddrüse sowie Blutverdünner vergessen
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Meine über 90 jährige Mutter wurde vor Feiertagen wg. Vorhofflimmern in der Notaufnahme eines großen Krankenhauses aufgenommen. 6 Stunden lang wurde versucht, mit Medikamenten den Puls zu senken, was nicht gelang. Es erfolgte eine stationäre Aufnahme und medikamentöse Weiterbehandlung über 5 Tage. Im Ergebnis konnte der Puls gesenkt werden und die Sinusschwingung war wieder vorhanden: ein positives Ergebnis.
Negativ war der Zugang zum Pflegepersonal auf der Station, um dort mitzuteilen, welche Medikamente meine Mutter ansonsten regelmäßig einnimmt. Obwohl eine Krankenhausmappe mitgebracht wurde, der Medikamentionsplan zugemailt wurde und auch mündlich hingewiesen wurde, wurden in den ersten Tagen die notwendigen Medikamente aufgrund früherer OP der Schilddrüse sowie der seit Jahren eingenommene Blutverdünner nicht gegeben. Dies habe ich als Angehörige nur zufällig festgestellt, als ich mir das Medikamentensortiment morgens genauer angeschaut habe. Auf Nachfragen verwiesen die Schwestern auf den Arzt, der Arzt war jedoch wegen der Feiertage nicht ansprechbar. Erst nach 3 Tagen wurden die fehlenden Medikamente wieder gegeben.
Wenn ältere Menschen plötzlich ins Krankenhaus kommen, ist das für alle Beteiligten eine belastende Situation – besonders für Angehörige, die gleichzeitig unterstützen, beobachten und kommunizieren möchten. In hektischen Phasen, etwa rund um Feiertage mit reduziertem Personal, kann es vorkommen, dass Informationen zur bisherigen Dauermedikation – also zu Medikamenten, die eine Person regelmäßig einnimmt – nicht vollständig in die stationäre Behandlung übernommen werden. Das kann bei bestimmten Medikamenten, etwa Blutverdünnern oder Schilddrüsenpräparaten, medizinisch bedeutsam sein.
Angehörige, die eine nahestehende Person ins Krankenhaus begleiten, können auf verschiedene Weisen dazu beitragen, dass wichtige Informationen ankommen – auch wenn die Wege dorthin manchmal umständlich sind.
Wenn Sie als Angehörige oder Angehöriger das Gefühl haben, in einer solchen Situation nicht gehört worden zu sein, können Sie sich an die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) wenden – kostenlos, anonym und ohne bürokratischen Aufwand. Auf mehr-patientensicherheit.de ist es außerdem möglich, Erfahrungen wie diese zu melden, damit andere davon lernen können.
Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:
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Die Betriebskrankenkassen:
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