2024-1559
Suizidgedanken nach der Dosiserhöhung eines Antidepressivums mit Todesfolge
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Mein Mann stellte sich in meiner Anwesenheit notfallmäßig in der Klinik vor und wurde auch direkt aufgenommen. Obwohl wir jedem einzelnen Arzt gefragt haben, ob die Symptome meines Mannes eine Nebenwirkung nach der Dosiserhöhung eines Antidepressivums sein könnten – worauf bereits die einweisende Ärztin hingewiesen hatte – wurde dies nicht berücksichtigt und stattdessen direkt am ersten Tag, noch bevor Blutwerte vorlagen oder eine ausführliche Anamnese stattfinden konnte, die Dosis eines Antipsychotikums verdoppelt.
Obwohl wir am zweiten Tag weitere Aspekte, die die Einnahme des Medikaments betrafen, ansprachen, wurde das Medikament nur noch weiter auf Maximaldosis erhöht. Obwohl in den Fachinformationen steht, dass bei einer solchen Nebenwirkung (Akathisie) eine Dosiserhöhung schädlich ist. Es wurde nur gesagt, dass das Medikament dies nicht mache, was schlicht falsch ist. In der nachträglichen Recherche meinerseits zeigte und formulierte mein Mann alle Symptome.
Wir erhielten keine Aufklärung über eine mögliche Nebenwirkung und die Konsequenzen, wenn das Medikament erhöht wird. Mein Mann äußerte klare Bedenken bzgl. der Diagnose, wurde allerdings nicht ernst genommen. Ihm wurde in der Krankenakte unterstellt, nicht alles zu sagen, dabei verneinte er manches klar und sprach anderes ganz offen an.
Er sagte, er habe Suizidgedanken, die er beiseite schieben könne. Er sagte bereits einen Tag vorher, dass er in der Vergangenheit klare Pläne gemacht habe. Darauf wurde überhaupt nicht weiter eingegangen. Er konnte auf der offenen Station weiterhin ungehindert unabgemeldet und impulsiv (wurde von ihm auch so beschrieben) die Station verlassen.
4 Tage nach Aufnahme und 2 Tage nach der letzten Dosiserhöhung ist mein Mann nach Ausgang aus der Klinik gestorben.
In der Vermisstenmeldung ist von einer erhöhten Suizidgefahr die Rede. Die Meldung wurde von einem Arzt verfasst, der nur die in der Akte beschriebenen Symptome kannte.
Dieser Fall beschreibt den Verlust eines Ehemannes – ein Ereignis von unvorstellbarem Schmerz. Die Ehefrau hat ihren Mann in die Klinik begleitet, aktiv Fragen gestellt und auf Bedenken hingewiesen. Dass all das nicht ausgereicht hat, um das Schlimmste zu verhindern, ist schwer zu tragen – und es ist wichtig, das anzuerkennen.
In Situationen wie dieser, in denen Angehörige zwar anwesend und engagiert sind, aber gegen institutionelle Abläufe, medizinische Entscheidungen und Dokumentationspraktiken ankämpfen, stoßen selbst die aufmerksamsten Begleitpersonen an Grenzen, die sie nicht allein überwinden können. In einer Situation wie dieser gab es für die Betroffenen keinen realistischen Spielraum, den weiteren Verlauf zu verhindern – das ist wichtig anzuerkennen.
Es gibt einige Möglichkeiten, wie Begleitpersonen in psychiatrischen oder anderen stationären Behandlungen sichtbar bleiben und Informationen aktiv einbringen können – ohne dass ihnen damit eine Verantwortung übertragen wird, die das Behandlungsteam trägt.
Wer einen Menschen unter diesen Umständen verloren hat, trägt eine Last, die professionelle Begleitung erfordert. Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) ist unter 0800 011 77 22 (kostenfrei) erreichbar und bietet auch Angehörigen Unterstützung an.
Auf mehr-patientensicherheit.de ist es möglich, Erfahrungen wie diese zu melden – damit sie zur Verbesserung der Patientensicherheit beitragen können und andere Betroffene wissen, dass solche Situationen nicht allein erlebt werden.
Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt.
Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:
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