2024-075
Therapeutin war betrunken
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Ich hatte einen Termin zur psychologischen Erstberatung. Folgende Erfahrungen habe ich während dieses Termins gemacht:
Allein lassen & Alkoholkonsum während der Sitzung: Die Psychologin ließ mich am Anfang der Sitzung für einige Zeit, ich schätze mindestens 15 Minuten allein. Sie kam dann mit einem Weinglas (ich denke der Inhalt war Rosewein) zurück und leerte dieses Glas während der Sitzung auch.
Fehlender Datenschutz: Als ich allein im Raum saß, konnte ich gegenüber hinter ihrem Schreibtisch – ohne mich von meinem Platz zu bewegen – eine Patientenakte in einem Stehregister sehen, Name und Adresse des Patienten waren für mich sehr gut lesbar und somit einsehbar.
Gewaltvolle und abwertende Sprache: Die Therapeutin formulierte Sätze wie: „Was ist eine Erkenntnis, die ich ihnen, natürlich nicht wörtlich gesehen, an die Backe klatschen oder tackern soll?“ Und spannte dann einen Bogen zu meinen Pobacken, denen sie einen Klatscher geben würde oder so ähnlich. Dies irritierte mich in hohem Maß. Gleichzeitig sprach sie abwertend über die Unterschiede von Männern und Frauen, und traf generalisierende Urteile über Männer, nannte diese u.a. Heulsusen.
Kein Interesse an Gesprächen & Abwertung Klient*innen: Die Psychologin sagte während der Sitzung Sachen wie: „Reden, Gespräche und Ratschläge bringen nichts. Sie haben sich als 3jährige ja schließlich auch einfach auf den Boden geworfen, wenn ihre Mutter ihnen einen Ratschlag gegeben hat.“, „Ich habe kein Interesse nach Feierabend noch Jammergespräche zu führen“. So entstand bei mir das Gefühl, dass Sie kein großes Interesse daran hat, mit mir über mein Problem zu sprechen, sondern mich einfach an ihre „Mind-Maschine“ (angebotene Therapieform) anschließen wollte.
Keine erkennbare Struktur im Gespräch: Für mich war es schwer, im Gespräch einer Struktur zu folgen. Die Psychologin erklärte mir erst ihre Methode, fragte dann kurz nach meinen Therapiezielen, führte dann selbst lange Ausführungen zu generellen Unterschieden zwischen Männern und Frauen, wechselte dann wieder zu Fragen nach meiner Adresse oder wie ich eigentlich an sie vermittelt wurde. Um mir dann zusammenhangslose Fragen, wie Fragen nach Geschwistern oder Lieblingssport zu stellen. Ich hatte nicht das Gefühl, dass sie aus dem, was ich erzählen konnte, irgendetwas über mein Problem schließen konnte – sie konzentrierte sich eher darauf, mich zu ihrer Mind Machine aufzuklären.
Fragwürdige Aussagen: Die Person erklärte mir ihre Gehirnwellenmethode. Dabei sagte sie Sachen wie, dass man im Volksmund ja darüber spreche, dass man Menschen manchmal schütteln wolle. Das käme nicht von ungefähr, denn mit den Gehirnwellen sei das ähnlich – manchmal helfe es da auch schon, wenn man sich kopfüber an eine Turnstange hänge.
Keine ausführliche Aufklärung über Therapie: Es war meine erste Sitzung überhaupt. Mir haben Erklärungen gefehlt, wie eine Therapie abläuft und welche Therapiemethoden (außer der Mind-Machine) die Person anbietet, für welche Probleme das sinnvoll ist und welche Therapieformen sie nicht anbietet.
Frage nach Blanko-Unterschrift: die Person bat mich am Ende der Sitzung, zwei unausgefüllte Formulare schon mal zu unterschreiben. Sie würde diese dann in Ruhe ausfüllen. Ich sagte, dass ich mich damit unwohl fühlen würde, blanko Unterschriften zu geben. Sie reagierte mit Unverständnis und Ärger, sagte dann aber, dass ich wenigstens eins aber auf jeden Fall unterzeichnen müsste, damit sie die Stunde abrechnen kann.
Eine psychologische Erstberatung ist ein wichtiger und oft mutiger Schritt – gerade dann, wenn man sich in einer schwierigen Lebenssituation befindet. Dass ein solcher Termin so verläuft, wie hier beschrieben, ist belastend und kann das Vertrauen in therapeutische Unterstützung nachhaltig erschüttern.
In diesem Fall erlebte die betroffene Person eine Reihe von Situationen, die erhebliche Bedenken aufwerfen: eine Therapeutin, die während der Sitzung Alkohol konsumierte, abwertende und grenzüberschreitende Sprache, sichtbar offen liegende Patientendaten anderer Personen sowie die Bitte, leere Formulare vorab zu unterschreiben. Solche Erfahrungen sind nicht normal – und sie sind nicht hinzunehmen.
Wer Ähnliches erlebt, kann auf verschiedene Möglichkeiten zurückgreifen – je nach eigener Kraft und Situation.
Erlebnisse wie dieses können das Vertrauen in professionelle Hilfe stark erschüttern – und dennoch ist weitere Unterstützung möglich und erreichbar. Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) bietet kostenlose, vertrauliche Beratung an und hilft dabei, den richtigen Ansprechpartner für eine Beschwerde zu finden. Weitere Informationen und Berichte aus ähnlichen Situationen finden Sie auf mehr-patientensicherheit.de.
Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt.
Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:
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