Icon Mehr-Patientensicherheit
2024-1238

Umgang mit Patienten: Drohung, unangemessene Kommunikation

Dieser Fall hilft die Patientensicherheit für alle zu verbessern. Sie möchten ebenfalls einen Fall melden? Zum Meldeformular

Fallbeschreibung:

Patientenrechte im Krankenhaus: Kommunikation & Sicherheit

Während meines Aufenthaltes sind folgende Dinge passiert:
– ich wurde zum Blutabnehmen gezwungen (mir wurde gesagt, dass wenn ich mir nicht exakt am
selben Tag Blut abnehmen lasse, ich am Folgetag entlassen werde).
– während einer Angst – und Panikattacke wurde mir gesagt, dass ich mich wie ein kleines Kind
benehme und ich aufhören solle zu weinen.
– Personal in der medizinischen Zentrale konnten mir nicht sagen, was für Medikamente in meinem
Blister sind. Ich solle diese einfach nehmen.
– mir verordnete Medikamente wurden über eine Woche nicht ausgegeben.
– ab 23 Uhr wurde Zimmergebot ausgesprochen und ich durfte die Station nicht mehr verlassen (trotz
angesprochener Notwendigkeit mich zu beruhigen).
– ich wurde mit den Worten von heute auf morgen entlassen, dass ich Medikamentenabhängig sei
und ich in die Psychiatrie gehöre

Gut gelaufen:

Wirklich nichts.

Schlecht gelaufen:

Verbesserungsvorschläge:

– geschultes Personal – mehr Personal – Einhaltung der DGSVO – Patient*innenbezogenes Arbeiten – Umgang mit Patient*innen ohne Drohungen und Erpressungen

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Ein Krankenhausaufenthalt ist für viele Menschen bereits eine belastende Erfahrung – wenn dann die Kommunikation als verletzend oder einschüchternd erlebt wird, kann das tiefe Spuren hinterlassen. Der hier geschilderte Fall zeigt, wie Betroffene sich in einer Situation befinden können, in der sie sich weder sicher noch respektiert fühlen: Drohungen, mangelnde Informationen zu Medikamenten, das Erleben, in einer emotionalen Krisensituation nicht ernst genommen zu werden – all das sind Erfahrungen, die das Vertrauen in die Versorgung erheblich erschüttern können.

Solche Situationen entstehen im Zusammenspiel vieler Faktoren. Wichtig ist: Wer sich in einer Krise befindet, trägt keine Verantwortung dafür, dass die Kommunikation oder Versorgung nicht stimmt.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wer einen Krankenhausaufenthalt erlebt, hat bestimmte Rechte – und es gibt Möglichkeiten, diese wahrzunehmen, wenn es die Situation zulässt.

  • Informationen zu Medikamenten einfordern: Es ist möglich, vor der Einnahme von Medikamenten zu fragen, um welche Wirkstoffe es sich handelt und wozu sie verordnet wurden. Eine mögliche Formulierung: „Können Sie mir bitte sagen, welche Medikamente das sind und wofür ich sie bekomme?“ Jede Person hat das Recht auf diese Information.
  • Einschränkungen und Drohungen ansprechen oder dokumentieren: Wenn Aussagen als einschüchternd oder drohend erlebt werden, kann es helfen, diese – so weit möglich – schriftlich festzuhalten: Datum, Uhrzeit, Inhalt der Aussage. Diese Notizen können später bei einer Beschwerde hilfreich sein.
  • Patientenfürsprecher:in oder Beschwerdemanagement kontaktieren: Die meisten Krankenhäuser haben eine unabhängige Patientenfürsprecherin bzw. einen Patientenfürsprecher sowie ein internes Beschwerdemanagement. Diese Stellen sind dafür da, Anliegen von Patient:innen aufzunehmen – auch während des Aufenthalts. Eine mögliche Formulierung: „Ich würde gern mit der Patientenfürsprecherin sprechen. Wie kann ich diese Person erreichen?“
  • Unterstützung durch eine Vertrauensperson: Wenn es möglich ist, kann eine nahestehende Person – Angehörige, Freund:in – gebeten werden, beim Aufenthalt zu begleiten oder zumindest telefonisch erreichbar zu sein. Eine Begleitperson kann in schwierigen Momenten unterstützen und bei Bedarf für Betroffene sprechen.

Worauf Sie achten können

  • Jede Person im Krankenhaus hat das Recht zu wissen, welche Medikamente ihr verabreicht werden und welchem Zweck sie dienen – dieses Recht kann jederzeit eingefordert werden.
  • Einschüchternde oder drohende Kommunikation durch Personal ist nicht hinnehmbar und kann über das Beschwerdemanagement des Hauses oder externe Stellen gemeldet werden.
  • Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) bietet kostenlose und unabhängige Beratung zu Patientenrechten – auch während eines laufenden Aufenthalts: 0800 011 77 22 (kostenfrei).
  • Erfahrungen wie diese können auf mehr-patientensicherheit.de anonym berichtet werden – so helfen Betroffene dabei, das Gesundheitssystem sicherer zu machen.

Sie sind nicht allein

Erfahrungen wie diese zu machen ist belastend – und es ist wichtig, dass sie gehört werden. Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) sowie das Portal mehr-patientensicherheit.de bieten Unterstützung und die Möglichkeit, solche Erlebnisse zu melden, damit aus ihnen gelernt werden kann.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 30-49 Jahre
Art der Einrichtung:Krankenhaus, sonstiger Bereich
Geschlecht: weiblich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

Icon Pfeil nach unten

Wählen Sie eines der anderen Themen

Wählen Sie das Thema aus, das zu Ihrem Fall am besten passt oder über welches Sie weitere Informationen und berteits veröffentlichte Fälle lesen möchten. Alternativ können Sie Ihren Fall auch direkt über das Meldeformular berichten.
Ersatzkassen des vdek

Die Betriebskrankenkassen:

Wichtige Mitteilung:

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Patient:innen und Angehörige,

Vielen Dank für Ihre wichtigen Meldungen. Unser System ist aufgrund der zahlreichen Eingänge im Moment an der Belastungsgrenze. Es ist daher zur Zeit nicht möglich, eine Meldung abzugeben. Wir arbeiten daran, das Problem zu lösen. Bitte versuchen Sie es in wenigen Stunden wieder.

Vielen Dank für Ihr Verständnis, Ihr Mehr-Patientensicherheit-Team