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2025-206

Fehldiagnose eines Heilpraktikers verzögert Behandlung

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Fallbeschreibung:

Verzögerte Depressionsdiagnose nach Heilpraktiker-Behandlung

Aufgrund von zunehmender Erschöpfung und Lustlosigkeit habe ich eine psychologische Betreuung in einer Praxis eines Heilpraktikers gesucht.
Dieser vermutetet ein B12 und Vitamin D Mangel sowie Schlafprobleme und empfahl entsprechende Vitaminpräparate sowie Akkupunktur. Die Behandlung zog sich mehrere Wochen, die Symptome wurden schlimmer. Der Hausarzt diagnostizierte dann sofort eine Depression, nun bin ich mit deutlicher Verspätung in einer richtigen Therapie.

Gut gelaufen:

Korrekte Versorgung durch den Hausarzt

Schlecht gelaufen:

Fehldiagnose, Überschätzung der eigenen Fähigkeiten anstatt auf Arzt zu verweisen. Erweckung des Eindrucks, man sei entsprechend psychotherapeutisch ausgebildet/versiert.

Verbesserungsvorschläge:

Keine Angaben

Weitere Infos:

Praxisbezeichnung weckte bei mir den Eindruck, es handle sich um eine entsprechend versierte Person- hier sollte ggf. eingegriffen werden.

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Erschöpfung, Antriebslosigkeit und das Gefühl, nicht mehr man selbst zu sein – solche Beschwerden sind belastend, und der Wunsch nach Unterstützung ist absolut nachvollziehbar. In manchen Fällen kann es vorkommen, dass eine Praxis oder ein Angebot einen Eindruck erweckt, der nicht dem tatsächlichen fachlichen Hintergrund der behandelnden Person entspricht – mit der Folge, dass eine ernsthafte Erkrankung zunächst unerkannt bleibt und die passende Behandlung verzögert beginnt.

Heilpraktiker:innen sind in Deutschland keine Ärzt:innen und verfügen in der Regel nicht über eine psychotherapeutische Ausbildung im klinischen Sinne. Die Berufsbezeichnung sowie Praxisnamen und Selbstdarstellungen unterliegen weniger strengen Regulierungen als bei approbierten Fachpersonen – das kann zu Missverständnissen führen, die niemand bewusst herbeiführt, die aber Konsequenzen haben können.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wer sich bei anhaltenden psychischen Beschwerden professionelle Unterstützung sucht, kann vorab einige Punkte in Betracht ziehen, um die passende Anlaufstelle zu finden.

  • Es ist möglich, vor einem ersten Termin gezielt nach dem Berufsabschluss und den Qualifikationen der behandelnden Person zu fragen. Eine Formulierung könnte sein: „Welche Ausbildung haben Sie im Bereich psychischer Erkrankungen, und behandeln Sie auch klinische Erkrankungen wie Depressionen?“
  • Bei länger anhaltender Erschöpfung oder Stimmungsveränderungen kann ein frühzeitiger Besuch beim Hausarzt oder bei einer hausärztlichen Praxis sinnvoll sein – als erste Anlaufstelle, die körperliche und psychische Ursachen einordnen kann.
  • Wenn sich Symptome trotz laufender Behandlung nicht bessern oder sogar verschlimmern, ist es möglich, die Behandlung zu hinterfragen und parallel eine ärztliche Einschätzung einzuholen – das schließt sich nicht aus.
  • Für psychische Erkrankungen wie Depressionen sind approbierte (staatlich zugelassene) Psychotherapeut:innen oder Psychiater:innen die fachlich zuständigen Berufsgruppen. Ein Hinweis darauf findet sich auch auf den Seiten der Kassenärztlichen Vereinigungen.

Worauf Sie achten können

  • Ist die behandelnde Person staatlich approbiert – also als Ärztin/Arzt oder Psychotherapeutin/Psychotherapeut zugelassen? Das lässt sich auf den Seiten der jeweiligen Ärzte- oder Psychotherapeutenkammern prüfen.
  • Verbessern sich die Beschwerden innerhalb eines überschaubaren Zeitraums – oder stagnieren oder verschlechtern sie sich?
  • Vermeidet die behandelnde Person klare Aussagen darüber, was sie diagnostizieren oder behandeln kann – und was nicht?
  • Wird bei ernsteren Beschwerden aktiv auf andere Fachpersonen hingewiesen, oder bleibt die Behandlung ausschließlich im eigenen Angebot?

Sie sind nicht allein

Wer ähnliche Erfahrungen gemacht hat oder unsicher ist, welche Anlaufstelle die richtige ist, kann sich an die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) wenden – kostenlos und anonym. Auf mehr-patientensicherheit.de können Erfahrungen gemeldet werden, damit andere von ähnlichen Situationen erfahren und sich besser schützen können.

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 30-49 Jahre
Art der Einrichtung:Heilpraktiker:innen/Homöopath:innen
Geschlecht: weiblich

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Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

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