2024-076
Information über verschriebenes Mittel verweigert
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Ich kam mit einem schweren grippalen Infekt zum Hausarzt mit dem Ziel mir eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausstellen zulassen, damit ich mich selbstständig auskurieren kann.
Die bekam ich auch. Der Arzt verschrieb mir allerdings noch ein Mittel mit einem pseudo-lateinischen Namen mit einem grünen (Selbstzahler-)Rezept für nicht verschreibungspflichtige Mittel. Auf meine Frage, was das sei, sagte er mir, es würde die Virenlast in meinen Atemwegen senken und somit auch das Risiko, dass ich andere anstecken würde.
Ich wunderte mich darüber, weil Viruzide meiner Erfahrung nach verschreibungspflichtig sind. Ich fühlte mich in dem Moment allerdings extrem geschwächt und wollte nur möglichst schnell heim. Daher beließ ich es dabei und machte einen Umweg zur Apotheke, um das Mittel für 10€ zu kaufen. Auch dort sagte man mir auf Nachfrage nicht, *was* das ist sondern redete nur über Virenlastsenkung.
Wieder daheim betrachtete ich die Verpackung genauer und sah, dass die angebliche Virenlastsenkung lediglich die unnachgewiesen behauptete „Wirkung“ eines homöopathischen „Inhaltsstoffes“ war. Sowohl Arzt als auch Apotheker sind meiner Frage ausgewichen, um mir nicht zu sagen, dass sie mir ein homöopathisches Pseudomittel verkaufen wollten und haben sich dabei zunutze gemacht, dass ich in meinem geschwächten Zustand nicht die Kraft und geistige Klarheit hatte, um genauer und intensiver nachzufragen.
Wer krank und geschwächt eine Arztpraxis aufsucht, hat oft nur begrenzte Kapazitäten, um alle Informationen zu verarbeiten und kritische Nachfragen zu stellen. In dieser Situation beschrieb eine Patientin, dass ihr auf Rezept ein Mittel empfohlen wurde, dessen Wirkungsweise auf Nachfrage unvollständig erklärt wurde – und das sie erst zu Hause als homöopathisches Präparat identifizierte. Homöopathika sind Mittel, denen nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft keine über einen Placeboeffekt hinausgehende Wirksamkeit nachgewiesen ist. Die Patientin hatte das Mittel zuvor selbst bezahlt und dafür extra einen Umweg zur Apotheke auf sich genommen.
Es ist wichtig festzuhalten: In einem geschwächten Zustand ist es schwierig, intensiv nachzufragen oder Informationen kritisch einzuordnen – das ist eine menschliche Reaktion, keine Schwäche.
Für zukünftige Situationen gibt es einige Möglichkeiten, die dabei helfen können, informierte Entscheidungen über verschriebene oder empfohlene Mittel zu treffen.
Wer ähnliche Erfahrungen gemacht hat oder Fragen zu seinen Patientenrechten hat, kann sich kostenlos und unabhängig bei der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD) beraten lassen. Erfahrungen wie diese lassen sich außerdem anonym auf mehr-patientensicherheit.de melden – damit andere von ähnlichen Situationen erfahren und sich vorbereiten können.
Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt.
Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:
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