Schmerzhafte Spinalkanalstenosen, die seit längerem mein Bein betrafen und schließlich dazu führten, dass ich nicht mehr stehen, gehen und auch nicht mehr sitzen konnte. Ich war auf Krücken bzw. einen Rollstuhl angewiesen. Ein Neurochirurg hatte aufgrund des MRTs eine OP für notwendig befunden, aber durch Verzögerungen erst eine OP Planung für den nächsten Monat vorgesehen. Ich nahm Schmerzmittel in Höchstdosis und musste trotzdem mehrmals den Notarzt kommen lassen. Auch Tramadol half nicht. Der Notarzt wies mich deshalb ins Krankenhaus ein. Ich wurde von der Notaufnahme etwas zögerlich in die Otrhopädie eingewiesen. Ein neues MRT wurde angefertigt, dann wurde mir die OP verweigert, obwohl ich nur noch liegen und wenige Schritte auf die Toilette humpeln konnte. Ich erhielt noch Oxicocdon, leider ohne Wirkung.
Ich hatte das Gefühl, man glaubt mir meine schlimmen Schmerzen nicht, die Schmerzmittel wurden außerdem nicht nach den richtigen Einnahmzyklen ausgeteilt. Auf meine Nachfrage hies es, dass seien eben die Gepflogenheiten, obwohl ich statt um 6 Uhr morgens meine Schmerzmittel erst um 9 erhielt. Eine Betäubung der Nervenwurzel wurde durchgeführt, jedoch ohne jeden Erfolg. Das wurde mir nicht geglaubt. Ich wurde (auch auf meinen Wunsch) nach Hause entlassen unter Verordnung aller schon in Höchstdosis genommenen Schmerzmittel, zusätzlich Tilidin. Ich war in suizidaler Verfassung, weinte nur noch, das interessierte niemanden, obwohl ich mehrfach um eine ärztiche Rücksprache bat. Es gab nur diverse Erklärungen, warum die Nervenwurzelbetäubung manchmal nicht helfe. Der Entlassungsbericht wurde an eine falsche Arztpraxis ausgestellt, auf den mitgegebenen Rezepten stand die falsche Krankenkasse und das kurz bevor alle Praxen schließen. Ich hatte keine Chance eine Praxis aufzusuchen. Ich war weiter auf den Rollstuhl angewiesen, um das Haus zu verlasen und musste mehrere Praxen aufsuchen, um meine Medikamente zu erhalten. Der niedergelassener Neurochirurg erklärte mir dann, es gäbe keine andere Option als OP, konnte mir aber erst viele Wochen später einen OP-Termin geben. Die OP war erfolgreich, ich kann wieder gehen und sitzen und auch stehen. Vom ersten Krankenhaus fühlte ich mich regelrecht gefoltert. Mir wurde nicht geglaubt, ich wurde schlampig untersucht, ein Neurochirurg hat mich nicht gesehen oder untersucht, mein desolater psychischer Zustand wurde nicht gesehen, weil auch kaum mit mir gesprochen wurde. Bei Visiten hat man mich oft nicht aussprechen lassen. Im Entlassungsbericht stand, die Nervernwurzelbetäubung sei erfolgreich gewesen, ich sei mobilisert und schmerzreduziert entlassen worden. Trotz meiner dreifachen Bescherden gegen diese Aussagen wurde der Bericht nicht korrigiert. Ich habe nur mühsam das erste suizidale Wochenende überstanden und in der Folgezeit unter Symptomen einer PTBS gelitten.
Ich wurde nicht richtig angehört, nicht ernst genommen. Mir wurde das Gefühl gegeben, ich sei eine Simulantin. Ich war völlig hilflos und trotzdem wurde mir aus formalen Gründen, es sei kein Notfall, man könne die OP Planung abwarten, eine OP verweigert, jedoch hat mich kein Neurochirurg untersucht. Mir wurde gesagt, ich könne laufen, obwohl ich nur unter stärksten Schmerzen wenige Schritte humpeln konnte, Ärzte haben mich jedoch nur im Bett untersucht. Mir wurde die Nervenwurzelbetäubung als äußerst wirksame Maßnahme beschrieben, und als sie nicht wirkte, wurde meine Aussage bestritten, als würde ich simulieren. Der Chirurg, der mich später operierte, sagte, es habe zwei Engstellen gegeben, das wurde im ersten Krankenhaus nicht gesehen. Für mich waren die Folgen qualvoll. Weitere Wochen war ich aus meinem Leben gerissen, auf Hilfe und den Rollstuhl angewiesen und konnte das Haus nicht mehr verlassen, den Tag musste ich im Liegen verbringen, weil die Schmerzen trotz Schmerzmitteln unerträglich waren.
Als Patienten würde ich mir mehr Arzt-Patienten-Gespräche wünschen, nicht nur während der kurzen Visiten. Bessere körperliche Untersuchungen hätten mir helfen können. Korrekte Medikamentenvergabe wäre hilfreich gewesen, die sich nicht nach Abläufen wie Frühstück oder Abendessen-Servieren richtet. Wenn ein Neurochirurg im Krankenhaus eine Op ablehnt, ohne die Patientin gesehen, gesprochen oder untersucht zu haben, finde ich das ein nicht fachgerechtes Vorgehen. Mir zu glauben wäre hilfreich gewesen. Mich nicht zu unterbrechen, wenn ich etwas schildere, wäre hilfreich gewesen. Ein paar Sätze mehr sagen zu können bei einer Visite wäre hilfreich gewesen, auch wenn die Zeit knapp ist.
Wenn man seit Monaten unter schlimmen Schmerzen leidet und immer schlechter gehen kann, ist die Psyche schon beeinträchtigt. Die unzureichende Behandlung in diesem Krankenhaus hat bei mir eine schwere Depression und eine PTBS ausgelöst. Damit wurde ich nach Hause entlassen und völlig allein gelassen. Ich wurde im Krankenhaus noch nicht einmal gefragt, ob ich zu Hause jemanden habe, der helfen kann. Es war bekannt, dass ich alleine lebe. Das war menschenunwürdig und menschenverachtend.
Perspektive: Patientin oder Patient
Art der Einrichtung:Krankenhaus, sonstiger Bereich