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2026-195

Sepsis nicht erkrannt

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Fallbeschreibung:

Sepsis nicht erkannt: Verzögerte Diagnose im Bereitschaftsdienst

Bei meiner Mutter, Mitte 80 Jahre, diagnostizierte der Bereitschaftsarzt einen fieberhaften Infekt. Ihr Allgemeinzustand war sehr geschwächt und deshalb fragte ich ihn nach der Möglichkeit einer Sepsis. Er meinte nur: ich solle nicht soviel googeln. Nach 2 Stunden hatte sich der Allgemeinzustand meiner Mutter so verschlechtert, dass ein Rettungsdienst kommen musste. Im Krankenhaus wurde dann die Diagnose Sepsis gestellt – Gott sei Dank noch rechtzeitig.

Gut gelaufen:

Keine Angaben

Schlecht gelaufen:

Verbesserungsvorschläge:

Die Bevölkerung und die Ärzteschaft sollten im Rahmen von Informationskampagnen (analog Herzinfarkt) über Sepsis informiert werden.

Weitere Infos:

Ärzte sollten ihr paternalistisches Verhalten ablegen und Patienten und Angehörige mit in die Entscheidungsfindung einbeziehen.

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Wenn ein Familienmitglied plötzlich ernsthaft erkrankt, ist die Sorge um seine Gesundheit verständlicherweise sehr groß – besonders dann, wenn sich der Zustand trotz ärztlicher Behandlung weiter verschlechtert. Eine Sepsis (im Volksmund auch „Blutvergiftung“ genannt) ist eine lebensbedrohliche Reaktion des Körpers auf eine Infektion, die sich rasch entwickeln kann und schwer von einem gewöhnlichen fieberhaften Infekt zu unterscheiden ist. Gerade bei älteren Menschen können die Anzeichen einer Sepsis zunächst unspezifisch wirken – also nicht eindeutig einer schweren Erkrankung zuzuordnen sein.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Angehörige kennen die betroffene Person oft sehr gut und nehmen Veränderungen ihres Zustands frühzeitig wahr. Dieses Wissen ist wertvoll und kann in das Gespräch mit dem medizinischen Personal eingebracht werden.

  • Konkrete Beobachtungen lassen sich klar benennen – zum Beispiel: „Ich kenne meine Mutter gut und ihr Zustand hat sich in den letzten Stunden deutlich verändert. Ich mache mir ernsthafte Sorgen.“ Solche Beschreibungen können dem medizinischen Personal wichtige Hinweise geben.
  • Es ist möglich, gezielt nach dem weiteren Vorgehen zu fragen: „Was sind die Zeichen, bei denen ich sofort den Notruf rufen sollte?“ Das gibt Orientierung für die Zeit nach dem Arztbesuch.
  • Wenn sich der Zustand der erkrankten Person nach einer ärztlichen Untersuchung weiter verschlechtert oder neue Symptome auftreten, ist es jederzeit möglich, erneut ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen – auch wenn kurz zuvor bereits jemand da war. Im Zweifel kann der Notruf 112 gerufen werden.
  • Fragen nach einer möglichen schwerwiegenderen Ursache – wie einer Sepsis – können offen angesprochen werden. Es ist möglich, um eine Einschätzung zu bitten, warum diese Möglichkeit in der konkreten Situation als weniger wahrscheinlich gilt.

Worauf Sie achten können

  • Warnzeichen einer Sepsis können sein: hohes Fieber oder ungewöhnlich niedrige Körpertemperatur, sehr schnelle Atmung, rascher Puls, starke Verwirrtheit oder extreme Schwäche – gerade bei älteren Menschen.
  • Eine rasche Verschlechterung des Allgemeinzustands innerhalb weniger Stunden ist ein Zeichen, das ernst genommen werden kann – auch wenn kurz zuvor eine weniger schwerwiegende Diagnose gestellt wurde.
  • Bei älteren Menschen verläuft eine Sepsis häufig anders als bei jüngeren. Typisches Fieber fehlt manchmal. Eine zunehmende Verwirrtheit oder ungewöhnliche Teilnahmslosigkeit können ebenfalls auf eine ernste Erkrankung hinweisen.
  • Die Webseite www.sepsis-stiftung.de bietet verständliche Informationen über Anzeichen und Risiken einer Sepsis – zur Vorbereitung und zur Orientierung im Ernstfall.

Sie sind nicht allein

Wenn Sie als Angehörige oder Angehöriger das Gefühl haben, dass Ihre Bedenken im Gespräch mit dem Gesundheitspersonal nicht ausreichend gehört wurden, steht Ihnen die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) kostenlos und neutral zur Seite. Auf mehr-patientensicherheit.de können Sie außerdem Erfahrungen wie diese anonym melden und damit dazu beitragen, dass ähnliche Situationen in Zukunft besser erkannt werden.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Angehörige oder Angehöriger einer Patientin oder eines Patienten
Alter: 80+ Jahre
Art der Einrichtung:Bereitschaftsdienstpraxen, Ambulante Praxis
Geschlecht: weiblich

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