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2026-180

Thorakoskope: Niereninfarkt und chronische Schmerzen

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Fallbeschreibung:

Niereninfarkt nach Thorakoskopie: Chronische Schmerzen als Folge

Nach zwei Lungenembolien, Bronchoskopie und Röntgen mit PET-CT sowie der Diagnose der Tumorkonferenz (zu 80 % ist es Lungenkrebs) wurde ich in einer Klinik zu einer zeitnahen Thorakoskopie gedrängt.
Den Eingriff übernahm ein erfahrener Arzt.
Zwei Tage nach dem Eingriff und der Entwarnung bezüglich Krebs setzten heftige Schmerzen auf der rechten Seite auf der Höhe der rechten Niere ein. Sie erinnerten mich an einen Nierenstein, zwei Jahre zuvor. Die Klinik, in die ich verlegt wurde, fand nichts. Ich konnte nichts mehr behalten (Essen, Trinken), spuckte Galle und schrie vor Schmerzen.
In einer weiteren Klinik wurde – nach verschiedensten Untersuchungen und der Tortur eines Einlaufes – bei der Auswertung der CT ein Niereninfarkt festgestellt. „Nierenkolik hoch drei“ beschrieb der Arzt das Ausmaß. Zum Glück blieb das Organ in seiner Funktion unbeeinträchtigt, dennoch sieht man den Vorfall auf jedem Röntgenbild. Ohne Morphium hätte ich den Infarkt nicht durchgestanden: Eingreifen konnte man nicht direkt intervenieren, wie beim Herzinfarkt. Ich erhielt ab dann Blutverdünner.
Hinter vorgehaltener Hand sagten mir später Spezialisten, dass
1. 30 % der thoraxchirurgischen Eingriffe inzwischen zu späteren Komplikationen führen.
2. Bei mir Nerven und Muskeln ungünstig durchrennt worden seien und es unklar wäre, wie viele angeblich verklebte Teile der Lunge auf eine offensichtlich rabiate Weise entfernt werden mussten.
3. Gewebe ins Blut geriet und einen Niereninfarkt auslöste.
‘Da hat einer in Ihnen herumgewühlt“, brachte es ein Arzt auf den Punkt.
Bis heute könnte ich ohne Hydromorphon und Pregabalin meinen Alltag nicht bestreiten (aufrecht sitzen, atmen). Die Physiotherapie leistet großartige Arbeit, denn ich bin ich immer noch ungemein wütend.
Meinen aufreibenden Job musste ich aufgeben. Hätte ich nicht geerbt, wäre ich in arge finanzielle Nöte geraten.

Gut gelaufen:

Mein Hausarzt unterstützt mich und die Krankenkasse zahlt diskussionslos seit einigen Jahren eine wöchentliche Physiotherapie (30 Minuten).

Schlecht gelaufen:

[BESCHULDIGUNG] Der operierende Arzt verweigerte jegliche Auskünfte, ließ sich später verleugnen und behauptete, der Niereninfarkt sei auf Gerinnungsstörungen zurückzuführen. Ich denke, dass ich atemlos unterwegs war -> Beruf, Pendeln etc.,, was die Lungenembolien erklärt. Ob der Arzt wirklich selbst eine Probe zur Krebsklärung entnommen und späte Teile der Lunge entfernt hat oder lediglich einen unerfahrenen Arzt unkontrolliert machen ließ, aber den höheren Tarif abrechnete, ist unklar. [BESCHULDIGUNG] Ein Arzt war bei meiner Verlegung sichtlich nervös, bekam einen roten Kopf.

Verbesserungsvorschläge:

Zu Behandlungsfehlern stehen, sich bei Patient*innen entschuldigen (nicht alle reichen anschließen eine Klage ein) und dafür sorgen, dass sich der Vorfall nicht wiederholt. Mediation einführen: Teilnehmer = Beteiligte Ärzt*innen, Patientin, Pflege, Angehörige. Eventuell noch der Hausarzt und weitere Beteilgte.

Weitere Infos:

Mehr Aufklärung zu Risiken und Folgen einer Thorakoskopie!!!!

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Eine Diagnose, die möglicherweise auf Krebs hindeutet, ist eine außerordentlich belastende Erfahrung – und der Wunsch nach rascher Klarheit ist in einer solchen Lage vollkommen verständlich. Schwerwiegende Komplikationen nach einem operativen Eingriff, wie sie in diesem Fallbericht beschrieben werden, können das Leben grundlegend und dauerhaft verändern.

In diesem Fall erlitt die Patientin nach einer Thorakoskopie (einem minimalinvasiven Eingriff in den Brustkorb zur Untersuchung von Lunge und Rippenfell) einen Niereninfarkt. Ein Niereninfarkt entsteht, wenn die Blutversorgung der Niere plötzlich unterbrochen wird. Trotz der Entwarnung hinsichtlich eines Krebsbefundes leidet die Patientin bis heute an chronischen Schmerzen und ist in ihrer Alltagsfähigkeit dauerhaft eingeschränkt. In einer Situation wie dieser – geprägt von einer potenziell lebensbedrohlichen Diagnose, zeitlichem Druck und dem Vertrauen in die Einschätzung der behandelnden Klinik – gab es für die Betroffene keinen realistischen Spielraum, die Ereignisse nach dem Eingriff vorherzusehen oder zu verhindern. Das ist wichtig anzuerkennen.

Was Angehörige oder Begleitpersonen tun können

Wenn eine nahestehende Person einen schwerwiegenden Eingriff vor sich hat oder sich nach einem Eingriff in einer unklaren oder verschlechternden Situation befindet, gibt es Möglichkeiten, unterstützend tätig zu werden.

  • Als Begleitperson ist es möglich, bei Aufklärungsgesprächen vor einem Eingriff dabei zu sein – sofern die betroffene Person das wünscht. Zwei Menschen hören und erinnern mehr als eine Person allein. Es ist möglich, gemeinsam Fragen zu notieren und um schriftliche Informationen zu Risiken und möglichen Komplikationen zu bitten.
  • Wenn sich nach einem Eingriff neue oder starke Symptome zeigen – wie heftige Schmerzen an ungewohnter Stelle, Übelkeit oder Schwindel –, kann eine Begleitperson dabei helfen, diese Symptome klar zu benennen und erneut das Gespräch mit dem medizinischen Personal zu suchen. Eine mögliche Formulierung: „Diese Schmerzen kannte meine Angehörige vorher nicht – können wir das bitte noch einmal überprüfen lassen?“
  • Es ist möglich, Beobachtungen und Verläufe schriftlich festzuhalten: Wann begannen welche Symptome? Was wurde wann gesagt? Solche Aufzeichnungen können später – etwa bei einer ärztlichen Zweitmeinung oder einem Beratungsgespräch – hilfreich sein.
  • Wenn ein Gespräch mit den behandelnden Ärztinnen oder Ärzten als unbefriedigend erlebt wird oder wichtige Fragen offen bleiben, ist es möglich, eine Zweitmeinung einzuholen oder den Hausarzt als Vertrauensperson einzubeziehen.

Für die Zukunft: Was sich vorbereiten lässt

  • Vor einem geplanten Eingriff ist es möglich, gezielt nach den häufigsten Risiken und möglichen Langzeitfolgen zu fragen und sich diese schriftlich aushändigen zu lassen. Die Frage „Was kann nach diesem Eingriff passieren, auch in den Tagen danach?“ ist berechtigt und kann gestellt werden.
  • Eine Vorsorgevollmacht (ein Dokument, das festlegt, wer im Ernstfall Entscheidungen treffen darf) und eine Patientenverfügung (in der eigene Wünsche zur medizinischen Behandlung festgehalten sind) lassen sich in ruhigen Phasen vorbereiten – unabhängig von einer akuten Erkrankung.
  • Eine Notfallkarte oder ein kurzes Informationsblatt mit den wichtigsten Diagnosen, Medikamenten und der hausärztlichen Kontaktinformation kann im Ernstfall wertvolle Zeit sparen und das Behandlungsteam rasch informieren.
  • Wer eine Krankenhausbehandlung vor sich hat, kann vorab klären, welche Ansprechperson – etwa im Patientenservice der Klinik oder beim Hausarzt – nach dem Eingriff bei Fragen zur Verfügung steht.

Sie sind nicht allein

Wer nach einem Eingriff mit schwerwiegenden Folgen konfrontiert ist, Fragen zu Patientenrechten hat oder nicht weiß, an wen er sich wenden kann, findet unabhängige Unterstützung bei der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD) – kostenfrei und vertraulich erreichbar unter 0800 011 77 22. Auf mehr-patientensicherheit.de können Betroffene und Angehörige zudem eigene Erfahrungen anonym berichten und damit dazu beitragen, dass die Versorgung für andere sicherer wird.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 50-69 Jahre
Art der Einrichtung:Rehaeinrichtung, stationär, Krankenhaus, Operationssaal
Geschlecht: weiblich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

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