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2026-237

ME/CFS ist weiterhin kaum bekannt

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Fallbeschreibung:

ME/CFS nach COVID-Impfung: Diagnose lange verkannt

Ich leide seit den Impfungen gegen COVID19 zu einem früheren Zeitpunkt unter starken Muskelverkrampfungen der kompletten linken Körperseite mit starken Schmerzen, nachdem von keinem Arzt eine Ursache gefunden werden konnte und es nach Einschätzung nicht an der Impfung liegen könne, wurde zunächst fälschlicherweise auf leichten Schlaganfall und Aktivierung gesetzt, woraufhin ich ein Jahr später die Diagnose ME/CFS von meine Hausarzt bekam. Bei den im Verlauf aufgesuchten Fachärzten und Gutachtern war diese Erkrankung größtenteils überhaupt nicht bekannt. Hier besteht weiterhin großer Nachholbedarf, auch in der Ausbildung von Ärzten muss das Wissen um diese Krankheit unbedingt aufgenommen werden. Hier geht es darum, dass Menschen unter extremen Einschränkungen leben, zum Teil sogar 100% bettgebunden und pflegebedürftig sind, darunter auch viele Kinder.

Gut gelaufen:

Positives kann ich nur über meinen Hausarzt berichten, der zumindest nach einem Jahr eingeräumt hat, dass ich wahrscheinlich durch die wiederholten Impfungen gegen COVID19 erkrankt bin und es nicht auf die Psyche geschoben hat.

Schlecht gelaufen:

Das Unverständnis und die Hilflosigkeit von Seiten der Fachärzte und Gutachter.

Verbesserungsvorschläge:

Mehr Aufklärung/ verpflichtende Fortbildungen für Ärzte und Therapeuten

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

**FALLANALYSE (intern):** A) Der Fall ist gemischt: überwiegend negativ (Fehldiagnose, mangelnde Fachkenntnis, lange Leidenszeit), mit einem positiven Element (Hausarzt erkennt die Erkrankung schließlich an). B) Handlungsmöglichkeiten waren begrenzt, aber vorhanden: Die Patientin war nicht bewusstlos oder handlungsunfähig – sie konnte Informationen einholen, Fachärzte aufsuchen, kommunizieren. Allerdings war sie in einem Umfeld, in dem die Erkrankung weitgehend unbekannt war, was ihre Möglichkeiten erheblich einschränkte. → Falltyp A mit Anerkennung der eingeschränkten Spielräume. —

Was in solchen Situationen passieren kann

Wenn eine Erkrankung im medizinischen Versorgungssystem kaum bekannt ist, kann der Weg zur richtigen Diagnose lang und kräftezehrend sein – das ist für Betroffene eine enorme Belastung. Dieser Fallbericht beschreibt eine solche Situation: Trotz deutlicher körperlicher Beschwerden dauerte es Jahre, bis eine passende Diagnose gestellt wurde, und bei vielen aufgesuchten Fachärztinnen und Fachärzten sowie Gutachterinnen und Gutachtern war die schließlich gestellte Diagnose weitgehend unbekannt.

ME/CFS steht für Myalgische Enzephalomyelitis / Chronisches Fatigue-Syndrom – eine schwere neurologische Erkrankung, die mit extremer Erschöpfung, Schmerzen und weiteren Symptomen einhergeht. Sie kann die Lebensqualität erheblich einschränken, ist aber in Teilen des Gesundheitssystems noch wenig verbreitet. Wer mit Symptomen konfrontiert ist, für die zunächst keine Ursache gefunden wird, gerät dadurch in eine schwierige Situation – denn ohne passende Diagnose bleibt auch die richtige Behandlung aus.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Menschen, die sich mit unklaren oder langanhaltenden Beschwerden in einem ähnlichen Umfeld befinden, stehen verschiedene Möglichkeiten offen.

  • Spezialisierte Anlaufstellen suchen: Für ME/CFS gibt es in Deutschland inzwischen einzelne Spezialambulanzen und Selbsthilfeorganisationen, die über aktuelle Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten informieren. Es ist möglich, die eigene Hausarztpraxis zu bitten, eine Überweisung dorthin auszustellen.
  • Ein Symptomtagebuch führen: Das schriftliche Festhalten von Beschwerden, deren Verlauf und möglichen Auslösern kann dabei helfen, das Gespräch mit Behandelnden zu strukturieren. Eine Formulierung wie „Ich habe meine Symptome dokumentiert – darf ich Ihnen das kurz zeigen?“ kann den Einstieg in das Gespräch erleichtern.
  • Eine Zweitmeinung einholen: Wenn eine Diagnose unsicher erscheint oder Beschwerden trotz Behandlung anhalten, ist es möglich, eine zweite ärztliche Meinung einzuholen. Das ist ein anerkannter Bestandteil der medizinischen Versorgung.
  • Unabhängige Beratung in Anspruch nehmen: Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) unterstützt Ratsuchende kostenlos dabei, ihre Situation einzuordnen und geeignete nächste Schritte zu finden – telefonisch kostenfrei unter 0800 011 77 22.

Worauf Sie achten können

  • Wird auf Ihre Beschwerden eingegangen, auch wenn keine eindeutige Ursache sofort erkennbar ist – oder werden sie ohne weitere Erklärung als psychisch eingestuft?
  • Besteht die Möglichkeit, bei der Diagnosesuche an spezialisierte Einrichtungen weiterverwiesen zu werden?
  • Haben Sie die Möglichkeit, Ihre Beschwerden vollständig zu schildern, und werden Sie dabei ernst genommen?
  • Ist eine Begleitperson zu Terminen willkommen – jemand, der Gespräche mitverfolgt und später helfen kann, das Besprochene nachzuvollziehen?

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 50-69 Jahre
Art der Einrichtung:Ambulante Praxis, Arztpraxis, Rettungsdienst/Krankentransport, Krankenhaus, Notaufnahme
Geschlecht: weiblich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

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