Icon Mehr-Patientensicherheit
2025-342

Neurologin kennt kein ME/CFS

Dieser Fall hilft die Patientensicherheit für alle zu verbessern. Sie möchten ebenfalls einen Fall melden? Zum Meldeformular

Fallbeschreibung:

ME/CFS: Wissenslücken bei Fachärzten – ein CIRS-Fall

Die Neurologin, die ich aufsuchte um mich beim Symptommanagement von ME/CFS zu beraten. Kannte ME/CFS nicht.
Es ist eine schwere Neuroimmonologische Erkrankung. Neurolog*innen sollten sie einige Jahre nach der Pandemie mit dieser Erkrankung beschäftigt haben.

Gut gelaufen:

Keine Angaben

Schlecht gelaufen:

Die Neurologin versuchte die Sprechstunde damit rum zu bringen, mir fragen zu stellen. Wieso ich eine Maske trage, ob ich die ein Lebenslang tragen müsse etc. Ich habe mir Informationen von ihr gewünscht und habe nicht ein halbes Jahr auf einen Termin bei einer Neurologin gewartet um sie über ME/CFS aufzuklären.

Verbesserungsvorschläge:

Es braucht Aufklärung zum Thema Postinfektiöse Erkrankungen. Sowohl für Hausärzt*innen als auch für Fachärzt*innen

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Es ist belastend, nach langer Wartezeit auf einen Facharzttentermin dort keine Unterstützung zu erhalten – besonders wenn man mit einer schweren Erkrankung lebt, die viel Energie kostet. ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis / Chronisches Fatigue-Syndrom) ist eine schwere neuroimmunologische Erkrankung – das bedeutet: Sie betrifft sowohl das Nervensystem als auch das Immunsystem –, die trotz wachsender Bekanntheit in Teilen der medizinischen Versorgung noch nicht ausreichend bekannt ist. Es kann vorkommen, dass Fachärztinnen und Fachärzte mit diesem Krankheitsbild wenig oder keine Erfahrung haben – auch in Fachrichtungen, bei denen man fundiertes Wissen erwarten würde.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wer sich gezielt auf einen Facharzttermin vorbereitet, kann die verfügbare Zeit unter Umständen besser nutzen – auch wenn die Versorgungssituation grundsätzlich verbessert werden muss.

  • Vor dem Termin ist es möglich, gezielt zu erfragen, ob die Praxis Erfahrung mit ME/CFS oder postinfektiösen Erkrankungen hat. Das kann per Telefon oder schriftlich geschehen – zum Beispiel mit dem Satz: „Ich leide an ME/CFS und suche eine Neurologin oder einen Neurologen mit Erfahrung in diesem Bereich. Können Sie mir sagen, ob das in Ihrer Praxis gegeben ist?“
  • Es ist möglich, sich bereits im Vorfeld schriftliche Unterlagen zusammenzustellen – etwa aktuelle Leitlinien oder Informationsblätter zu ME/CFS – und diese bei Bedarf mitzubringen. Das ersetzt keine ärztliche Beratung, kann aber helfen, ein gemeinsames Verständnis herzustellen.
  • Wenn ein Termin nicht die erhoffte Unterstützung bietet, kann es hilfreich sein, spezialisierte Anlaufstellen zu suchen. In Deutschland gibt es einzelne ME/CFS-Ambulanzen und Selbsthilfeorganisationen, die Hinweise auf erfahrene Behandelnde geben können.
  • Es ist möglich, Erlebnisse wie dieses auf Plattformen wie mehr-patientensicherheit.de zu melden – solche Berichte tragen dazu bei, Versorgungslücken sichtbar zu machen und langfristig zu einer besseren Aus- und Weiterbildung beizutragen.

Worauf Sie achten können

  • Ist die Fachärztin oder der Facharzt bereit, auf Ihre konkreten Anliegen einzugehen – oder wird das Gespräch von Themen bestimmt, die Sie nicht eingebracht haben?
  • Kennt die behandelnde Person ME/CFS oder ist sie bereit, sich darüber zu informieren und Sie gegebenenfalls weiterzuverweisen?
  • Gibt es die Möglichkeit, Fragen und Gesprächswünsche vorab schriftlich einzureichen, damit die Konsultation gezielter verlaufen kann?
  • Sind Ihnen Ihre Rechte als Patientin bekannt – zum Beispiel das Recht auf eine Zweitmeinung oder auf Weiterüberweisung an eine spezialisierte Einrichtung?

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 30-49 Jahre
Art der Einrichtung:Ambulante Praxis, Arztpraxis
Geschlecht: weiblich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

Icon Pfeil nach unten

Wählen Sie eines der anderen Themen

Wählen Sie das Thema aus, das zu Ihrem Fall am besten passt oder über welches Sie weitere Informationen und berteits veröffentlichte Fälle lesen möchten. Alternativ können Sie Ihren Fall auch direkt über das Meldeformular berichten.
Ersatzkassen des vdek

Die Betriebskrankenkassen:

Wichtige Mitteilung:

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Patient:innen und Angehörige,

Vielen Dank für Ihre wichtigen Meldungen. Unser System ist aufgrund der zahlreichen Eingänge im Moment an der Belastungsgrenze. Es ist daher zur Zeit nicht möglich, eine Meldung abzugeben. Wir arbeiten daran, das Problem zu lösen. Bitte versuchen Sie es in wenigen Stunden wieder.

Vielen Dank für Ihr Verständnis, Ihr Mehr-Patientensicherheit-Team