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2026-041

Psychiatrie: Nichteinhalten von Leitinien –> Kosten

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Fallbeschreibung:

Psychiatrie: Leitlinien bei Depression und Behandlungskosten

Bereich: Psychiatrie.

Depression seit Jahrzehnten.

In Behandlung seit xxx (zuvor hatte ich mich nicht getraut; erst als es xx schwer wurde, kam ich in Behandlung).

Mehrere Klinikaufenthalte in den Jahren xxx und erneut in den Jahren xxx.

Zwischenzeitlich war ich leicht depressiv, aber dennoch voll erwerbsfähig.

Gut gelaufen:

Im Jahr xx kam ich in eine Klinik, die die Leitlinien zur Anwendung von TDM bei unipolaren Depressionen befolgte. Seitdem sind meine depressiven Symptome verschwunden. Laut der Leitlinien-Fassung von 2015, Empfehlung 3-25, Seite 87 und Anhang 7 (medikamentöse Behandlung der therapieresistenten Depression, Seite 191), muss im Falle eines Nichtansprechens zuerst der Serumspiegel bestimmt werden.

Schlecht gelaufen:

Es ist nachvollziehbar, dass der Spiegel (Citalopram) in den Jahren xxx nicht gemessen wurde, da die TDM für Citalopram nur einen Empfehlungsgrad von 3 hatte. xx war der Empfehlungsgrad jedoch bereits bei 1 (Stark). Aufgrund meines Rückfalls hätte mein Blutspiegel sofort gemessen werden sollen. Vor allem, weil ich meine Dosis Citalopram seit xx selbstständig und kontinuierlich von 40 mg auf 20 mg reduziert hatte. Was stattdessen gemacht wurde: xxx, erste Klinik (Psychosomatik): Citalopram wurde weder erhöht noch gemessen. xx, zweite Klinik: Citalopram weder erhöht noch gemessen. Stattdessen: – Zweifel an der Depressionsdiagnose -> Citalopram ganz abgesetzt -> Lithium eingeführt –> Zustand verschlechtert xx, dritte Klinik: – Citalopram wieder eingeführt. Spiegel gemessen, Dosis angepasst (vier Mal so hoch wie xx wegen ultra-schnellen Metabolismus) → Remission. Zusatzbemerkung: Aufgrund der schlechten Behandlung im Jahr xx, bei der auch meine Persönlichkeitsrechte verletzt wurden (es passiert immer wieder in manchen psychiatrischen Kliniken), hat sich meine Genesung so massiv verzögert, dass meine Krankenkasse mich dazu gebracht hat, eine Erwerbsminderungsrente zu beantragen –> dies ist von hoher relevanz bei der Beurteilung der entstandenden Kosten.

Verbesserungsvorschläge:

Leitlinien anwenden → Kostenersparnis ! Das Tragische ist: Ich habe mittlerweile mit mehreren Ärzten gesprochen, die an den Leitlinien oder in der Forschung arbeiten. Die Lage ist ihnen bekannt. Ärzte (Psychiater) folgen den Leitlinien in der Regel nicht. Hier zwei anonymisierte Sätze von zwei unterschiedlichen Ärzten aus der Forschung und Leitlinien-Gremien zu meiner Anfrage: „Ihren Wunsch, dass Leitlinien schneller in der Versorgung ankommen, teile ich vollkommen. Allerdings kann xxxxxx hier nur indirekt beitragen: durch Studien, deren Ergebnisse in Leitlinien einfließen.“ „Der Verlauf Ihrer Erkrankung ist leider keine Seltenheit und illustriert trefflich, wie ein verfügbares Werkzeug, das TDM, nicht genutzt wird“. Und weiter: „Obwohl die Leitlinien zur Depressionsbehandlung inzwischen bei fehlendem Ansprechen TDM empfehlen, wird in der Praxis so nicht gehandelt.“ Und weiter: „Aber es gibt noch mehr Hindernisse, z. B. die Krankenkassen und der Medizinische Dienst, die nicht begriffen haben, welches Potenzial im TDM steckt.“ “ Meiner Erfahrung nach folgen ca. 80 % der Ärzte der Leitlinie (TDM) nicht. Das heißt, von xxx bis heute habe ich insgesamt zehn Psychiater gesehen, von denen nur einer mir die TDM empfohlen hat. Die damit verbundenen Kosten (indirekt + direkt) für Deutschlandschwanken (meiner extrem groben Schätzung nach) zwischen 2 und 8 Milliarden jährlich. In meinem speziellen Fall hatte ich mich an meine Krankenkasse, gewandt um einen Behandlungsfehler zu melden. Die KK hat die MD eingeschaltet. Trotz meines Hinweises, dass die Leitlinien nicht befolgt wurden, hat der Experte der MD meine Hinweise völlig ignoriert und den Fall als „behandlungsfehlerfrei” beurteilt. Danach konnte die KK nichts mehr unternehmen. Sie haben mir empfohlen, mich an die V-DeK zu wenden. Wir Versicherten bezahlen hohe Beiträge an die Krankenkassen. Wer kontrolliert, ob Ärzte sauber arbeiten? Andere Ärzte (MD) scheinen ihren Kollegen viele Fehler zu erlauben …

Weitere Infos:

Ich hoffe, dass Sie tätig werden.

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Eine langjährige Depression zu bewältigen erfordert viel Kraft – und es ist nachvollziehbar, wie belastend es ist, wenn eine Behandlung trotz großer persönlicher Anstrengung über Jahre hinweg nicht den erhofften Erfolg bringt. Dieser Bericht zeigt, dass selbst bei einer bekannten Erkrankung und vorhandenen medizinischen Empfehlungen erhebliche Versorgungsunterschiede zwischen Einrichtungen bestehen können.

Im geschilderten Fall führte die konsequente Anwendung einer Methode namens Therapeutisches Drug Monitoring (TDM) – also die Messung des Wirkstoffspiegels im Blut, um die Medikamentendosis individuell anzupassen – schließlich zur Remission (dem deutlichen Rückgang der Beschwerden). TDM ist für bestimmte Antidepressiva in medizinischen Leitlinien empfohlen – das sind systematisch erarbeitete Handlungsempfehlungen für Ärztinnen und Ärzte. Wie dieser Fall illustriert, besteht zwischen dem, was Leitlinien empfehlen, und dem, was in der Versorgungspraxis tatsächlich umgesetzt wird, manchmal eine erhebliche Lücke.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wer an einer Depression behandelt wird und den Eindruck hat, dass ein Medikament nicht ausreichend wirkt, kann aktiv das Gespräch mit der behandelnden Person suchen.

  • Es ist möglich, gezielt nach einer Blutspiegelmessung des verordneten Antidepressivums zu fragen – besonders dann, wenn die Wirkung ausbleibt oder die Dosis verändert wurde. Eine mögliche Formulierung: „Wäre in meinem Fall ein Therapeutisches Drug Monitoring sinnvoll, um zu prüfen, ob der Wirkstoff in meinem Blut einen ausreichenden Spiegel erreicht?“
  • Wer weiß oder vermutet, dass der eigene Körper Medikamente besonders schnell abbaut (Fachbegriff: ultraschneller Metabolismus), kann dies im Gespräch ansprechen. Dieser genetisch bedingte Unterschied kann dazu führen, dass Standarddosen nicht ausreichend wirken.
  • Es kann hilfreich sein, Dosisänderungen – auch selbst vorgenommene Veränderungen – vollständig und offen mit der Ärztin oder dem Arzt zu besprechen. Auch eine schrittweise eigenständige Reduktion kann die Wirksamkeit eines Medikaments beeinflussen und ist für die Behandlung relevante Information.
  • Bei wiederholten Klinikaufenthalten ohne erkennbaren Behandlungserfolg ist es möglich, eine Zweitmeinung einzuholen oder eine Einrichtung zu suchen, die auf therapieresistente Depressionen spezialisiert ist. Überweisungen hierfür können niedergelassene Psychiaterinnen und Psychiater ausstellen.

Worauf Sie achten können

  • Wenn ein Antidepressivum trotz regelmäßiger Einnahme nicht wirkt, ist eine Blutspiegelmessung (TDM) laut aktueller Leitlinien eine mögliche nächste diagnostische Maßnahme – danach fragen ist berechtigt.
  • Änderungen an der Medikamentendosis – auch selbst vorgenommene – immer offen mit der behandelnden Person besprechen, da sie die Beurteilung der Wirksamkeit beeinflussen können.
  • Wer das Gefühl hat, dass eine Behandlung nicht dem aktuellen medizinischen Wissensstand entspricht, kann eine Zweitmeinung einholen – das ist ein anerkanntes Recht von Patientinnen und Patienten.
  • Bei Verdacht auf einen Behandlungsfehler ist es möglich, sich an unabhängige Stellen zu wenden: etwa die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD), die Schlichtungsstellen der Ärztekammern oder Patientenschutzorganisationen – zusätzlich oder als Alternative zum Weg über die Krankenkasse.

Sie sind nicht allein

Wer ähnliche Erfahrungen gemacht hat oder Unterstützung bei Fragen zur eigenen Behandlung sucht, kann sich kostenlos und unabhängig an die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) wenden. Auf mehr-patientensicherheit.de ist es außerdem möglich, eigene Erfahrungen anonym zu berichten und damit zur Verbesserung der Versorgung für andere beizutragen.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 30-49 Jahre
Art der Einrichtung:Krankenhaus, Ambulante Praxis, Arztpraxis
Geschlecht: weiblich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

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