Icon Mehr-Patientensicherheit
2024-1211

Psychotherapeut/in lehnt Arbeit aufgrund der Sorge, dass er/sie ihr Geld nicht bekommt, ab.

Dieser Fall hilft die Patientensicherheit für alle zu verbessern. Sie möchten ebenfalls einen Fall melden? Zum Meldeformular

Fallbeschreibung:

Therapiezugang verweigert: Wenn Geldsorgen den Weg versperren

Ende der Woche hatte ich einen Online-Termin mit einem/r Therapeut/in. Alles begann eigentlich sehr positiv. Er/ Sie stellte mir fragen zu meiner aktuellen Situation, zu meinen Zielen und Wünschen für die Therapie. In ihren/ seinen Worten meinte ich zu erkennen, dass er/ sie bereit ist, mit mir zu arbeiten. Als es jedoch um die Bezahlung ging, veränderte sich die Stimmung jedoch. Dazu muss ich sagen, dass es sich hierbei um eine/ einen Therapeut/in handelt, die man selbst zahlen muss, weil Online-Therapien bisher noch nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden. Ich dachte mir: Mit einer Therapeutin/ einem Therapeuten muss man ehrlich sein. Deswegen sagte ich ihr/ ihm, dass ich geldlich nicht so gut aufgestellt sei, dass ich aber das Geld für die Therapiesitzungen schon irgendwie auftreiben bzw. zusammenkratzen würde. Daraufhin wurde er/sie sehr skeptisch und sagte mir, dass er/ sie Angst davor habe, dass er/ sie anfängt mit mir zu arbeiten und dass dann auf einmal mein Geld nicht reicht. Ich bettelte und sagte ihr/ ihr mehrmals, dass ich die Therapie unbedingt machen möchte. Aber er/ sie sagte nur, dass es ihm/ ihr des Geldes wegen zu unsicher sei und er/ sie leider nicht mit mir arbeiten könne.

Gut gelaufen:

Die Therapeutin/ Der Therapeut machte anfangs einen sehr netten und offenen Eindruck auf mich.

Schlecht gelaufen:

Er/ Sie lehnte die Arbeit mit mir aufgrund der Sorge, er/ sie würde ihr/ sein Geld nicht bekommen, entschieden ab.

Verbesserungsvorschläge:

Keine Angaben

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Den Schritt zu wagen, sich psychotherapeutische Unterstützung zu suchen, erfordert oft viel Mut – und es kann sehr belastend sein, wenn dieser Schritt nicht den erhofften Zugang zu Hilfe öffnet. In manchen Fällen kommt es vor, dass ein erstes Gespräch vielversprechend beginnt, eine Therapie aber aus Gründen scheitert, die nichts mit der eigenen Person oder dem Anliegen zu tun haben – sondern mit organisatorischen oder finanziellen Rahmenbedingungen.

Besonders bei privat abgerechneten Angeboten – also Therapien, die Betroffene selbst bezahlen, weil sie nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen werden – können Fragen rund um die Finanzierung eine entscheidende Rolle spielen. Das ist eine strukturelle Eigenheit dieses Versorgungsbereichs, die viele Ratsuchende überrascht und im schlimmsten Fall dazu führt, dass eine dringend benötigte Unterstützung ausbleibt.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wer sich auf die Suche nach psychotherapeutischer Unterstützung begibt, kann vorab einige Aspekte klären, die den Prozess erleichtern.

  • Es ist möglich, sich bereits vor dem ersten Gespräch zu informieren, ob ein Angebot von der gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung übernommen wird oder ob es sich um eine reine Selbstzahlerleistung handelt. Viele Praxen geben diese Information auf ihrer Website oder auf Nachfrage per E-Mail.
  • Wer weiß, dass finanzielle Engpässe ein Thema sein könnten, kann das Thema Bezahlung gezielt und frühzeitig ansprechen – zum Beispiel mit der Frage: „Gibt es bei Ihnen die Möglichkeit, ein Honorar zu vereinbaren, das an meine finanzielle Situation angepasst ist?“ Manche Therapeut:innen bieten sogenannte Sozialtarife oder gestaffelte Honorare an.
  • Für Menschen mit gesetzlicher Krankenversicherung und einem anerkannten Therapiebedarf gibt es kassenfinanzierte Psychotherapieplätze. Der Weg dorthin kann über den Hausarzt oder die Hausärztin beginnen, die eine Überweisung ausstellen können. Auch die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen (erreichbar unter der bundesweit einheitlichen Telefonnummer 116 117) helfen dabei, zeitnah eine psychotherapeutische Sprechstunde zu finden.
  • Beratungsangebote wie die der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD, kostenlos erreichbar unter 0800 011 77 22) können dabei helfen, den Überblick über verfügbare und finanzierbare Versorgungsangebote zu gewinnen.

Worauf Sie achten können

  • Handelt es sich um ein kassenfinanziertes oder ein privat zu zahlendes Angebot? Diese Information lässt sich in der Regel vor dem ersten Gespräch in Erfahrung bringen.
  • Ist das Honorar verhandelbar oder gibt es gestaffelte Tarife für Menschen mit geringem Einkommen?
  • Gibt es Alternativen wie Beratungsstellen, psychosoziale Zentren oder gemeinnützige Träger, die niedrigschwellige oder kostenfreie Unterstützung anbieten?
  • Fühlt sich das Erstgespräch – unabhängig von organisatorischen Fragen – transparent und respektvoll an? Ein gutes therapeutisches Arbeitsverhältnis beginnt mit offener Kommunikation auf Augenhöhe.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 15-29 Jahre
Art der Einrichtung:Ambulante Praxis, Psychotherapiepraxis
Geschlecht: weiblich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

Icon Pfeil nach unten

Wählen Sie eines der anderen Themen

Wählen Sie das Thema aus, das zu Ihrem Fall am besten passt oder über welches Sie weitere Informationen und berteits veröffentlichte Fälle lesen möchten. Alternativ können Sie Ihren Fall auch direkt über das Meldeformular berichten.
Ersatzkassen des vdek

Die Betriebskrankenkassen:

Wichtige Mitteilung:

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Patient:innen und Angehörige,

Vielen Dank für Ihre wichtigen Meldungen. Unser System ist aufgrund der zahlreichen Eingänge im Moment an der Belastungsgrenze. Es ist daher zur Zeit nicht möglich, eine Meldung abzugeben. Wir arbeiten daran, das Problem zu lösen. Bitte versuchen Sie es in wenigen Stunden wieder.

Vielen Dank für Ihr Verständnis, Ihr Mehr-Patientensicherheit-Team