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2026-198

TOT-Band fehlerhaft befestigt

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Fallbeschreibung:

TOT-Band-OP: Komplikationen und dauerhafte Inkontinenz

Ich hatte mich wegen Inkontinenz zu einer TOT-Band-OP entschieden, die als erfolgreiche Routinesache in der Urologie empfohlen wird.
Die OP schien zunächst gut verlaufen zu sein, aber als der Katheter nach zwei Tagen entfernt wurde und ich entlassen war, verlor ich mehr Urin als je zuvor.
Ich wartete noch ein paar Tage und ging dann zur Nachuntersuchung zu meinem Urologen.
Der stellte fest, dass das Band zu fest unter der Harnröhre gespannt war und sich in diese „reingefressen“ hat und diese zerstört hat. Das Band sollte also so schnell wie möglich wieder raus. Ich ging deswegen in ein anderes Krankenhaus. Die empfahlen, erst einmal Gebärmutter und Eierstöcke zu entfernen, damit der Druck auf die Blase genommen wird. Das kostete Zeit. Nach Monaten, als nach der empfohlenen OP keine Besserung eintrat, war das Band zu fest eingewachsen und konnte nicht mehr entfernt werden. Man entschied sich, das Band durchzulasern, was aber auch keine Veränderung brachte. Letzte Empfehlung: künstlicher Ausgang / Bauchkatheter – was ich ablehnte.
Ich suchte danach noch 4 verschiedene Kliniken der Urologie und Gynäkologie auf, in der Hoffnung auf Hilfe. Aber es gibt keine Lösung, war auch das Resultat einer Fachkonferenz von Urologen und Gynäkologen, wo mein Fall besprochen wurde. Meine Eingabe bei der Gutachterkommission wurde nach einem Jahr abgeschlossen, mit der Entscheidung eines Gutachters, der behauptete, dass der Operateur keinen Fehler gemacht habe.
Ich bin mein restliches Leben auf Windeln angewiesen und habe ständig Blasenentzündungen. Mein Leben hat sich total verschlechtert, weil ich vieles nicht mehr machen kann.
**[BESCHULDIGUNG]** Es wäre gut, wenn Ärzte zu ihren Fehlern stehen würden.

Gut gelaufen:

Es gab in den Kliniken, die ich nach der fehlerhaften OP aufsuchte, engagierte und mitfühlende Ärzte.

Schlecht gelaufen:

Dass das Band nicht sofort entfernt wurde, weil die Ärzte andere Vorschläge hatten.

Verbesserungsvorschläge:

Ärzte sollten den Mut haben können, Fehler einzugestehen- zumal dann, wenn sie von anderen Kollegen bestätigt werden. Es sollte ein Entschädigungsfond eingerichtet werden.

Weitere Infos:

Schade, dass ich keine Rechtschutzversicherung habe. Sonst hätte ich den Arzt verklagt.

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Eine Operation, die als Routineeingriff gilt, kann im Einzelfall zu schwerwiegenden und dauerhaften Folgen führen – das ist eine Erfahrung, die tiefgreifend das Leben verändern kann. Wenn nach einem solchen Eingriff Komplikationen auftreten und trotz intensiver Suche nach Hilfe keine Lösung gefunden wird, ist das eine außerordentlich belastende Situation, die ernstgenommen werden muss.

Das TOT-Band (ein kleines Kunststoffband, das bei Harninkontinenz unter die Harnröhre gelegt wird, um diese zu stützen) gilt als etabliertes Verfahren. Wenn es jedoch zu fest oder falsch positioniert wird, kann es das umliegende Gewebe schädigen. Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus können solche Komplikationen zunächst schwer einzuordnen sein – zumal Beschwerden nach Eingriffen dieser Art kurzfristig als normal gelten können. Wenn verschiedene Fachkliniken unterschiedliche Behandlungswege empfehlen, kann es schwierig sein, die für die eigene Situation beste Entscheidung zu treffen.

Was in einer ähnlichen Situation helfen kann

Wer nach einem urologischen oder gynäkologischen Eingriff unerwartete oder zunehmende Beschwerden bemerkt, kann verschiedene Schritte in Betracht ziehen.

  • Beschwerden frühzeitig ansprechen und dokumentieren: Veränderungen im Befinden nach einer Operation – wie verstärkte Inkontinenz, Schmerzen oder Schwierigkeiten beim Wasserlassen – können direkt bei der behandelnden Einrichtung gemeldet werden, möglichst noch während des stationären Aufenthalts. Eine schriftliche Notiz mit Datum und Symptomen hilft dabei, den Verlauf nachvollziehbar zu halten. Ein möglicher Einstieg: „Ich bemerke seit der Operation eine Veränderung, die ich nicht erwartet habe – ich würde das gern mit jemandem besprechen.“
  • Zeitnah eine zweite ärztliche Meinung einholen: Wenn nach einem Eingriff Unsicherheit über die richtige Behandlungsstrategie besteht, ist das Einholen einer zweiten Meinung – auch aus einem anderen Fachbereich – ein legitimer Schritt. Es ist möglich, dabei ausdrücklich nach einem Zentrum mit besonderer Erfahrung bei Komplikationen nach Inkontinenzoperationen zu fragen.
  • Behandlungsunterlagen anfordern: Patient:innen haben das Recht, ihre vollständigen Krankenunterlagen – einschließlich Operationsberichte, Befunde und Bildgebung – anzufordern. Diese Unterlagen können bei Konsultationen in anderen Kliniken hilfreich sein und erleichtern die Einschätzung durch weitere Spezialist:innen.
  • Unabhängige Beratung in Anspruch nehmen: Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) bietet kostenfreie, neutrale Beratung zu Behandlungsverläufen, Patientenrechten und dem Umgang mit möglichen Behandlungsfehlern an – auch ohne Rechtsschutzversicherung.

Worauf Sie achten können

  • Wenn mehrere Fachleute unterschiedliche Behandlungsempfehlungen geben, ist es möglich, sich Zeit für die Entscheidung zu nehmen und gezielt nach den Gründen für die jeweilige Empfehlung zu fragen.
  • Bei Verdacht auf einen Behandlungsfehler kann eine Gutachterkommission oder Schlichtungsstelle der zuständigen Ärztekammer kontaktiert werden – diese Verfahren sind für Patient:innen kostenfrei.
  • Auch ohne Rechtsschutzversicherung ist rechtliche Beratung möglich: Verbraucherzentralen und spezialisierte Beratungsstellen können erste Orientierung bieten.
  • Langfristige gesundheitliche Einschränkungen können auch psychisch belasten – psychosoziale Unterstützung, etwa durch eine Beratungsstelle oder eine Selbsthilfegruppe für Menschen mit Inkontinenz, kann eine hilfreiche Ergänzung sein.

Sie sind nicht allein

Wenn Sie eine ähnliche Erfahrung gemacht haben oder Fragen zu Ihren Rechten als Patient:in haben, steht Ihnen die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) unter 0800 011 77 22 (kostenfrei) zur Verfügung. Auf mehr-patientensicherheit.de finden Sie weitere Informationen und die Möglichkeit, eigene Erfahrungen anonym zu teilen – damit andere von diesen Erfahrungen lernen können.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 50-69 Jahre
Art der Einrichtung:Operationssaal, Krankenhaus
Geschlecht: weiblich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

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