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2026-153

Tumor wurde bei OP nicht entfernt

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Fallbeschreibung:

Tumor nach Mastektomie nicht entfernt – Fallbericht

Ich hatte ein triple negatives Mammakarzinom in der rechten Brust. Nach neoadjuvanter Chemotherapie stand die OP an. Da ich Träger einer Genmutation bin, habe ich mich für eine beidseitige Mastektomie mit sofortigem Wiederaufbau mittels DIEP-Flap entschieden. Die OP dauerte ca. zehn Stunden. Zwei OP Teams waren beteiligt: das Onkologische und das Plastische. Alles lief gut. Alles verheilte auch gut. Es hieß, ich hätte eine pCR erreicht. Das beste Ergebnis also.
Bei der zweiten Krebs-Nachsorge durch meine Gynäkologin wurde an exakt der gleichen Stelle, an der der Tumor war, wieder etwas entdeckt. Bereits bei der Stanzbiopsie wurde der Markierungsclip entdeckt, der schon bei der OP hätte entfernt werden müssen. Nun wurde ich ein zweites Mal operiert, diesmal brusterhaltend. Es wurde festgestellt, dass der Tumor nicht entfernt wurde bei der ersten OP.
Da ich nun also doch keine pCR erreicht hatte, dies aber erst mehrere Monate nach Ende der Chemo festgestellt wurde, war das Zeitfenster für eine weitere Behandlung (Chemo) zu groß, als dass diese noch Wirkung hätte zeigen können (so wurde es mir erklärt). Zur Sicherheit wurde dann 28-mal bestrahlt. Ich hatte keine Chance mehr, in einer Studie aufgenommen zu werden, die für meinen Fall sinnvoll gewesen wäre (ich hätte dann Olaparib offlabel bekommen). Die Krankenkasse hat einen entsprechenden Antrag des Chefarztes, der die zweite OP durchgeführt hat, auf die offlabel Gabe von Olaparib abgelehnt.
Ich bin durch das alles traumatisiert und somit nicht in der Lage, meinem Beruf weiter nachzugehen. Nach der ersten OP war meine Wiedereingliederung angestanden. Doch durch diese zweite Geschichte habe ich solche Ängste entwickelt, dass ich (noch) nicht arbeiten kann. Ich erhalte aktuell volle Erwerbsminderungsrente.

Gut gelaufen:

Keine Angaben

Schlecht gelaufen:

Grober OP Fehler!

Verbesserungsvorschläge:

Keine Angaben

Weitere Infos:

Keine Angaben

Präventionsmaßnahmen:

Was in solchen Situationen passieren kann

Eine schwere Krebserkrankung zu durchleben und nach einer langen, belastenden Operation zu glauben, das Schlimmste überstanden zu haben – und dann festzustellen, dass der Tumor noch vorhanden ist: Das ist eine Erfahrung, die Menschen zutiefst erschüttern kann. Was diese Patientin erlebt hat, hat weitreichende medizinische und persönliche Folgen gehabt, die ihr Leben grundlegend verändert haben.

In diesem Fall wurde bei einer beidseitigen Mastektomie (operative Entfernung beider Brüste) mit gleichzeitigem Wiederaufbau ein Tumor nicht vollständig entfernt. Ein Markierungsclip – ein winziges Metallplättchen, das vor der Operation zur Kennzeichnung des Tumors eingesetzt worden war – verblieb an der ursprünglichen Stelle des Tumors im Gewebe. Erst Monate später, bei einer Routinenachsorge, wurde dies entdeckt. Die verzögerte Diagnose hatte direkte Auswirkungen auf die weiteren Behandlungsmöglichkeiten: Das Zeitfenster für bestimmte Therapien war verstrichen, und der Zugang zu einer klinischen Studie sowie zu einem bestimmten Medikament (Olaparib, einem zielgerichteten Krebsmittel) war nicht mehr möglich.

Es ist wichtig anzuerkennen: In einer Situation wie dieser – mitten in einer stundenlangen komplexen Operation, nach Abschluss eines langen Chemotherapieprozesses, im Vertrauen auf ein erfahrenes medizinisches Team – gab es für die Betroffene keinen realistischen Spielraum, das Geschehen zu beeinflussen. Das ist keine Schwäche, sondern die Realität einer solchen Behandlungssituation.

Was Angehörige oder Begleitpersonen tun können

Auch wenn Begleitpersonen in den OP-Saal keinen Einblick haben, können sie vor und nach dem Eingriff eine wichtige unterstützende Rolle übernehmen.

  • Vorbereitung gemeinsam besprechen: Vor einer großen Operation ist es möglich, gemeinsam mit der betroffenen Person die wichtigsten Fragen an das Behandlungsteam zu notieren – zum Beispiel: „Wie wird sichergestellt, dass der Markierungsclip und das gesamte Tumorgewebe entfernt werden?“ und „Wer koordiniert zwischen den beteiligten OP-Teams?“
  • Nachsorge aktiv begleiten: Angehörige können dabei helfen, Nachsorgetermine zu organisieren und bei Arztgesprächen dabei zu sein – als zweites Paar Ohren, das Informationen aufnimmt und Rückfragen stellt.
  • Veränderungen ernst nehmen: Wenn Betroffene nach einer Operation über neue oder ungewöhnliche körperliche Wahrnehmungen berichten, kann es hilfreich sein, gemeinsam frühzeitig einen Termin beim behandelnden Team zu vereinbaren – auch wenn dies zunächst unspezifisch erscheint.
  • Emotionale Unterstützung sichern: Eine solche Erfahrung kann tiefe psychische Spuren hinterlassen. Angehörige können dabei helfen, professionelle psychoonkologische Unterstützung (psychologische Begleitung speziell für Krebsbetroffene) zu finden und zu organisieren – zum Beispiel über die Deutsche Krebshilfe oder die behandelnde Klinik.

Für die Zukunft: Was sich vorbereiten lässt

  • Vor komplexen Operationen mit mehreren beteiligten Teams ist es möglich, ausdrücklich zu fragen, wer die Gesamtverantwortung für den Eingriff trägt und wie die Übergaben zwischen den Teams dokumentiert werden.
  • Es ist möglich, nach der Operation schriftlich zu erfragen, was entnommen wurde und ob alle geplanten Strukturen – einschließlich Markierungsclips – entfernt worden sind. Der Operationsbericht kann auf Anfrage ausgehändigt werden.
  • Eine Patientenverfügung und eine Vorsorgevollmacht ermöglichen es Vertrauenspersonen, im Ernstfall stellvertretend Entscheidungen zu treffen und Informationen einzuholen – auch dann, wenn Betroffene selbst nicht in der Lage sind zu kommunizieren.
  • Bei schwerwiegenden Behandlungsverläufen ist eine unabhängige Zweitmeinung jederzeit möglich – etwa an einem zertifizierten Brustzentrum (Einrichtung, die auf die Behandlung von Brustkrebs spezialisiert ist). Die Krankenkassen übernehmen in vielen Fällen die Kosten dafür.

Sie sind nicht allein

Wer nach einer belastenden medizinischen Erfahrung Orientierung sucht, kann sich an die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) wenden – kostenlos, anonym und ohne bürokratische Hürden. Auf mehr-patientensicherheit.de finden Betroffene und Angehörige weitere Informationen sowie die Möglichkeit, eigene Erfahrungen zu teilen und damit zur Verbesserung der Versorgung für andere beizutragen.

Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt. 

Infos zum Fall:

Perspektive: Patientin oder Patient
Alter: 50-69 Jahre
Art der Einrichtung:Operationssaal, Krankenhaus
Geschlecht: weiblich

Vielen herzlichen Dank für Ihren wichtigen Fallbericht!

Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:

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