2024-1281
Umgang mit unheilbar Krebserkrankten
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Im Krankenhaus (Aufnahme wegen Aszites) habe ich nach einer Bauchspiegelung erfahren, dass ich Krebs im fortgeschrittenden Stadium habe. Leider waren die Ärzte sehr unsensibel und sagten mir in der Visite vor allen Bettnachbarn, es sieht schlecht aus,r egeln sie schon mal alles. Ich musste dann fast 2 Wochen auf den Endbefund warten. Es war die Hölle. Nun wurde ich mit der Diagnose ziemlich alleine gelassen. Termine beim Onkologen und den Fachärzten erwies sich als sehr schwierig. Das hat mich nochmal viel Kraft gekostet. Leider hat der Onkologe mich auch nicht ernst genommen, ich hatte wieder einen ganz dicken Bauch und er meinte, dass ist nur Luft und verschrieb mir Schmerzmittel. Es wurde dann so schlimm, dass ich wieder in die Notaufnahme musste. Leider sind auch da die Wartezeiten unglaublich lang. Im Krankenhaus haben sie mir dann >4 l Bauchwasser entnommen. Vertrauen zum Onkologen ist nicht mehr vorhanden. Und es ist sehr schwierig, einen neuen Onkologen zu bekommen.
Eine schwere Diagnose zu erhalten ist ein einschneidender Moment – besonders dann, wenn er sich nicht so zuträgt, wie man ihn sich als Mensch verdient hätte. Situationen wie die hier beschriebene zeigen, wie sehr die Art der Übermittlung einer Diagnose und die Begleitung danach das Erleben von Betroffenen prägen können.
In diesem Fall erhielt die Patientin eine lebensverändernde Diagnose unter Umständen, die wenig Raum für Würde und Verarbeitung ließen: im Mehrbettzimmer, vor anderen Personen, ohne angemessene Vorbereitung. Die anschließende Zeit war geprägt von langen Wartezeiten auf Befunde, Schwierigkeiten bei der Terminvergabe und dem Gefühl, mit der Situation weitgehend allein gelassen zu werden. Hinzu kam ein körperliches Symptom – erneut angesammeltes Bauchfasser (sogenannter Aszites) –, das zunächst nicht ernst genommen wurde und schließlich einen Notaufnahmebesuch erforderte. Es ist wichtig anzuerkennen: In einer solchen Lage – körperlich belastet, emotional erschöpft, auf Fachpersonal angewiesen – sind die Möglichkeiten, aktiv einzugreifen, oft sehr begrenzt.
Auch wenn vieles in solchen Momenten nicht steuerbar ist, gibt es einige Möglichkeiten, die Betroffene und Angehörige kennen können – ohne dass es eine Pflicht wäre, sie zu nutzen.
Erfahrungen wie diese können tiefe Spuren hinterlassen – das Gefühl, nicht gehört oder würdevoll behandelt worden zu sein, wiegt schwer. Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) bietet unter patientenberatung.de kostenlose und vertrauliche Beratung zu Patientenrechten an. Weitere Informationen und Berichte aus der Praxis finden Sie auf mehr-patientensicherheit.de.
Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:
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Fall lesen →Vier Jahre lang blieb ein Melanom unerkannt. Dieser CIRS-Fall zeigt, wie wichtig eine sorgfältige Hautuntersuchung für die Patientensicherheit ist.
Fall lesen →Ein Blasentumor blieb monatelang unentdeckt. Wie eine zweite Meinung und ein aufmerksamer Hausarzt die Situation retteten – ein CIRS-Fallbericht.
Fall lesen →Nach einer Rektumkarzinom-OP im UICC Stadium 3 findet ein Patient keinen Ansprechpartner für die Nachsorge. Onkologie, Gastroenterologie und Hausarzt verweisen sich gegenseitig.
Fall lesen →Ein steigender CEA-Wert nach Rektumkarzinom wurde nicht weiter abgeklärt. Erst auf Drängen der Familie zeigte eine Darmspiegelung ein Sigmakarzinom im Stadium III.
Fall lesen →Ein über 20 cm großer Tumor blieb trotz Krankenhausaufenthalt unentdeckt. Dieser CIRS-Fall zeigt, wie wichtig konsequente Diagnostik bei anhaltenden Beschwerden ist.
Fall lesen →Eine Patientin schildert, wie Versorgungslücken nach einer Gebärmutter-OP die Nachsorge gefährdeten. Was lief schief – und was können Betroffene tun?
Fall lesen →Eine Patientin erhielt nur ein Medikament ihrer Kombitherapie – das hätte das Tumorwachstum anregen können. Ein CIRS-Fall über Schnittstellenprobleme.
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Die Betriebskrankenkassen:
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Vielen Dank für Ihr Verständnis, Ihr Mehr-Patientensicherheit-Team