2024-1089
Falsche Bewertung der Dringlichkeit / Depression, akute Krise
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Mein Bruder hat derzeit eine akute psychische Krise. Er leidet unter chronischen Depressionen und unter Angst- und Zwangsstörungen. Er war deswegen sechs Wochen lang in stationärer Behandlung, wurde dann nach Hause entlassen, allerdings ohne Anschluss an die Tagesklinik, Kontakt zum Sozialdienst oder einem anderen „Sicherheitsnetz“. In der Folge verschlechterte sich sein Zustand innerhalb weniger Tage wieder so sehr, dass er in die Klinik zurückkehren wollte. Dies wurde ihm vor Entlassung ausdrücklich als Möglichkeit angeboten. Bei der erneuten Aufnahme verweigerte ihm die Ärztin vom Dienst diese Möglichkeit jedoch. Es ginge ihm schließlich nicht schlecht genug, was ich für eine absolute Fehlannahme halte. Mein Bruder musste all seine Kräfte aufbringen, um für die Aufnahme einzustehen, was ich in Anbetracht seines Zustandes für unhaltbar und unverantwortlich halte. Er wurde daraufhin auf eine andere Station als zuvor aufgenommen und muss sich dort nun erneut einleben. Es finden kaum Therapien / Gespräche mit Psychologen oder Psychiatern statt und er ist weitesgehend sich selbst überlassen. Auch die Unterschiede, die zwischen Privat- und Kassenstation gemacht werden, sind signifikant.
Wenn ein Mensch mit einer schweren Depression den Schritt zurück in die Klinik wagt, kostet ihn das oft alle verfügbaren Kräfte. Dass dieser Schritt dann auf Ablehnung stößt oder dass nach einer Entlassung kein stabiles Unterstützungsnetz bereitsteht, kann für Betroffene und ihre Angehörigen eine tiefe Erschütterung bedeuten.
Entlassungen aus der psychiatrischen Behandlung sind dann besonders riskant, wenn sie nicht in ein sogenanntes Nachsorgenetz eingebettet sind – also ohne Anbindung an eine Tagesklinik, ambulante Psychiatrie, Psychotherapie oder den Sozialdienst. In solchen Momenten sind es häufig Angehörige, die als einziges Sicherheitsnetz übrig bleiben – eine Rolle, die ohne eigene Unterstützung kaum zu tragen ist.
Wer einen nahestehenden Menschen in einer solchen Situation begleitet, kann auf verschiedene Weise unterstützend tätig werden – auch gegenüber dem Behandlungsteam.
Situationen wie diese zeigen, wie wichtig verlässliche Übergänge in der psychiatrischen Versorgung sind – und wie belastend es ist, wenn sie fehlen. Wenn Sie ähnliche Erfahrungen gemacht haben, können Sie diese auf mehr-patientensicherheit.de anonym berichten – damit solche Versorgungslücken sichtbar werden und zur Verbesserung beitragen.
Hinweis: Die Vorschläge zu den Präventionsmaßnahmen wurden mit KI-Unterstützung erstellt.
Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:
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