2024-1189
Operation aus Kostengründen von Wadenbein- und Schienbeinknochenbruch abgelehnt
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Ich hatte vor einigen Wochen einen Treppensturz, was zum Bruch der Wadenbein- und Schienbeinknochen führte. Der Unfall passierte im Ausland. Ich wurde dann dort operiert. Der Chirurg/ Die Chirurgin hatte mir bei der Entlassung dringend geraten die eingesetzten Stellschrauben nach ca. 6 Wochen entfernen zu lassen, um eine Versteifung des Sprunggelenks entgegen zu wirken.
Nach ca. 3 Wochen nach der OP erlaubte man mir nach Deutschland zurückzufliegen. In Deutschland angekommen, riet mir meine Hausärztin/ mein Hausarzt die Materialentfernung in der einer Klinik durchführen zu lassen. Weshalb ich mich dorthin begab. Nach gründlicher Untersuchung hat der/ die behandelnde Arzt/ Ärztin mir Termine zur Voruntersuchung vor der OP und OP gegeben.
Nach der Voruntersuchung, Belehrung und Aufklärung sollte ich zwecks ambulanter OP in die Klinik fahren. Auf der Fahrt in die Klinik rief mich die/der behandelnde Ärztin/ Arzt an und meinte, dass der Chefarzt/ die Chefärztin die Operation aus Kosten- Nutzengründen abgelehnt habe und sagte den Termin ab.
In einer Mail hat der/die behandelnde Arzt/ Ärztin den Chefarzt/ die Chefärztin zitiert, wonach ich mit Vollbelastung des Beins beginnen und das Brechen der Einstellschrauben in Kauf nehmen soll. Dieses Vorgehen sei in USA aus Kostengründen üblich und daher verweigere der Chefarzt/ die Chefärztin die Materialentfernung.
Ich war ziemlich irritiert und verunsichert, zumal der/ die behandelnde Arzt/ Ärztin bei den vorherigen Visiten mir von jeglicher Belastung des Beins abgeraten hatte. Deshalb wandte ich mich an meine Orthopädin/ meinen Orthopäden, die/ der ebenfalls irritiert war. Er/ Sie hat deshalb mich in eine andere Klinik überwiesen, wo man die Entscheidung aus der anderen Klinik nicht nachvollziehen konnte und deshalb mir einen ambulanten OP-Termin gegeben hat und im Rahmen dieses Termins die Stellschrauben entfernt wurden.
Ein Sturz mit schwerem Knochenbruch ist bereits eine belastende Erfahrung – umso schwieriger ist es, wenn eine empfohlene Nachbehandlung kurzfristig abgesagt wird und man mit widersprüchlichen Informationen allein gelassen wird. Solche Situationen können Unsicherheit und Vertrauen in das Versorgungssystem erschüttern.
In diesem Fall hatten mehrere Fachpersonen unterschiedliche Einschätzungen zur Notwendigkeit eines Eingriffs. Die betroffene Person stand kurz vor dem vereinbarten Operationstermin, als die Absage – ohne persönliches Gespräch – telefonisch und später per E-Mail übermittelt wurde. Solche Entscheidungsverläufe, bei denen medizinische Empfehlungen im Nachhinein revidiert werden, kommen vor und können für Betroffene schwer einzuordnen sein.
Wenn eine geplante Behandlung plötzlich abgesagt oder eine medizinische Empfehlung zurückgezogen wird, gibt es Möglichkeiten, aktiv nach Orientierung zu suchen.
Wenn Sie ähnliche Erfahrungen gemacht haben oder sich über Ihre Rechte als Patient oder Patientin informieren möchten, finden Sie auf mehr-patientensicherheit.de weitere Informationen und Berichte aus der Praxis. Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) steht Ihnen zudem kostenlos für persönliche Beratung zur Verfügung.
Jeder einzelne Bericht hilft die Patientensicherheit zu verbessern und konkrete Tipps daraus abzuleiten. Bitten haben Sie dafür Verständnis, dass wir aufgrund der hohen Fallzahlen nicht mehr alle Berichte veröffentlichen und individuell kommentieren. Wir sichten aber jeden einzelnen Bericht und aus jedem Fall nutzen wir wichtige Inhalte für unsere Tipps, Fokusfälle und Erklärfilme. Die bisher erstellten Dokumente auf Basis Ihrer Fälle finden Sie hier:
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